Montag · 26.09.2011 · 07:36 Uhr · dpa / red / PM Toyota HBL
Wochenende kompakt: Kiel demonstriert Stärke - HSV gewinnt Krimi - Berlin zittert
Der Titelfavorit aus Kiel ist auch von den Rhein-Neckar Löwen nicht
zu stoppen. THW-Coach Gislason sieht den Sieg im emotionalen
Spitzenspiel aber nur als kleinen Schritt auf dem Weg zur
angestrebten Meisterschaft.
Dramatik, Emotionen und am Ende sogar Geleitschutz für die Schiedsrichter: Titelfavorit THW Kiel hat die Rhein-Neckar Löwen im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga mit 30:27 gebändigt und steht nach fünf Spielen mit einer weißen Weste weiter an der Tabellenspitze. "Die Saison ist noch lang, aber das war schon ein Schlüsselspiel, gegen einen Mitkonkurrenten auswärts zu gewinnen", stellte THW-Trainer Alfred Gislason zufrieden fest.
Vor 9500 Fans in Mannheim lieferte Kiel eine Demonstration der Stärke ab. Immer wenn es eng wurde, hatten die Gäste um den überragenden Torhüter Thierry Omeyer die richtige Antwort parat. "Es ist wichtig, dass wir heute gewonnen und ein sehr schönes Spiel gezeigt haben. Ich bin sehr zufrieden", sagte Omeyer.
Der Franzose entschärfte nicht nur 16 Würfe der Löwen, sondern lieferte sich in der hektischen Schlussphase auch eine Privatfehde mit Nationalspieler Uwe Gensheimer. Der Löwen-Linksaußen, mit neun Treffern erfolgreichster Schütze der Partie, kassierte wegen Behinderung des Kieler Keepers und später nach einem Wischer zum Gesicht des Franzosen jeweils eine Zeitstrafe und Omeyer dafür die Pfiffe der aufgebrachten Fans. Deren Unmut richtete sich nach dem Abpfiff zudem gegen die Schiedsrichter, die vom Sicherheitspersonal in die Kabine eskortiert wurden.
Am Verdienst des Kieler Erfolges gab es keine Zweifel. "Es war klar, dass wir heute ein perfektes Spiel hätten machen müssen", sagte der Löwen-Torwart und Ex-Kieler Henning Fritz. "Das ist uns nur in den ersten 20 Minuten gelungen. Dann haben wir zwischendurch leider den Faden verloren und in der entscheidenden Phase reichen dann nun mal zwei, drei vergebene Chancen, um so ein Spiel zu entscheiden." "Wir haben toll gekämpft, waren aber am Ende auch etwas müde", sagte Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson. Manager Thorsten Storm meinte: "Dass Kiel gewinnt, ist keine Überraschung. Aber der THW musste sich gewaltig strecken und wir können stolz auf unsere Leistung sein. Es kommen auch wieder andere Zeiten." Das schließen selbst die Norddeutschen nicht aus, weshalb Gislason auf die Euphoriebremse trat. "Die Liga hat so viele gute Mannschaften, das war nur ein kleiner Schritt", warnte der THW-Coach.
Während die "Zebras" auf dem Weg zur angestrebten Meisterschaft souverän ihre Kreise ziehen, zitterte sich Meister HSV Hamburg (6:4 Punkte) im Krimi beim VfL Gummersbach zu einem glücklichen 32:31-Sieg. "Ich glaube, dass wir heute gelernt haben, 60 Minuten zu kämpfen", lobte HSV-Trainer Per Carlén. Torsten Jansen war mit sieben Toren bester Werfer für die Gäste.
Die SG Flensburg-Handewitt fügte der MT Melsungen beim 28:25 die erste Saisonniederlage zu und schloss nach Punkten zu den Nordhessen und dem in Hüttenberg mit 29:27 siegreichen TBV Lemgo (alle 6:2) auf. Vor 5800 Zuschauern in der Flensburger Campushalle war Nationalspieler Holger Glandorf mit elf Treffern bester Torschütze der Hausherren. Anders Eggert traf sechs Mal. Für die Gäste war der ehemalige Flensburger Patrik Fahlgren am häufigsten erfolgreich. Der Schwede erzielte ebenfalls sechs Tore. Nach ausgeglichenen 40 Spielminuten konnten sich die Gastgeber im zweiten Durchgang entscheidend absetzen. Neben dem überragenden Glandorf hatte vor allem Torwart Sören Rasmussen großen Anteil daran. Der Däne, in der 34. Minute für Mattias Andersson eingewechselt, hielt zahlreiche Bälle, darunter einen Siebenmeter von Karipidis.
Überhaupt nicht in Fahrt kommt Frisch Auf Göppingen. Ausgerechnet gegen den Europacup-Sieger gelang dem TuS N-Lübbecke am Samstagabend der erste doppelte Punktgewinn in der noch jungen Saison. Mit 31:27 setzten sich die Ostwestfalen gegen den Gast aus Schwaben durch und können damit nach misslungenem Saisonstart erst einmal durchatmen. In Göppingen hingegen herrscht nach nur einem Sieg in fünf Begegnungen Ratlosigkeit über die verlorene Form. Bester Werfer des Spiels war Drago Vukovic, der neun Treffer erzielte.
Der Bergische HC verpasste im Heimspiel gegen den TV Grosswallstadt aufgrund einer schwachen ersten Hälfte das mögliche zweite Erfolgserlebnis in dieser Saison und verlor sein Heimspiel mit 25:29. Über ein ausgeglichenes Punktekonto (4:4) darf sich nach dem gestrigen 32:29-Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf Trainer Rolf Brack und sein HBW Balingen-Weilstetten freuen.
Etwas zittern mussten die Füchse Berlin beim Arbeitssieg gegen Wetzlar. Angeführt von Keeper Nikolai Marinovic kam Wetzlar am Wende noch heran, ehe sich Berlin den 25:23 (14:10) Sieg sicherte. Mark Bult traf mit dem Schlusspfiff, nachdem der Anschluss durch Daniel Valo 21 Sekunden vor dem Ende die Gastgeber noch einmal gehörig unter Stress gesetzt hatte. Im zweiten Sonntagsspiel setzte sich Magdeburg in Hildesheim durch und wiederholte damit den Pokalerfolg von vor wenigen Tagen. Der SCM dominierte weite Strecken des Spiels, allerdings versäumte es Eintracht, in den wichtigen Phasen des Spiels die Big Points zu setzen und Magdeburg mit einem Anschluss- oder Ausgleichstreffer zu schocken.
Handballecke.de Diskutieren Sie direkt im Forum mit!
Dramatik, Emotionen und am Ende sogar Geleitschutz für die Schiedsrichter: Titelfavorit THW Kiel hat die Rhein-Neckar Löwen im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga mit 30:27 gebändigt und steht nach fünf Spielen mit einer weißen Weste weiter an der Tabellenspitze. "Die Saison ist noch lang, aber das war schon ein Schlüsselspiel, gegen einen Mitkonkurrenten auswärts zu gewinnen", stellte THW-Trainer Alfred Gislason zufrieden fest.
Vor 9500 Fans in Mannheim lieferte Kiel eine Demonstration der Stärke ab. Immer wenn es eng wurde, hatten die Gäste um den überragenden Torhüter Thierry Omeyer die richtige Antwort parat. "Es ist wichtig, dass wir heute gewonnen und ein sehr schönes Spiel gezeigt haben. Ich bin sehr zufrieden", sagte Omeyer.
Der Franzose entschärfte nicht nur 16 Würfe der Löwen, sondern lieferte sich in der hektischen Schlussphase auch eine Privatfehde mit Nationalspieler Uwe Gensheimer. Der Löwen-Linksaußen, mit neun Treffern erfolgreichster Schütze der Partie, kassierte wegen Behinderung des Kieler Keepers und später nach einem Wischer zum Gesicht des Franzosen jeweils eine Zeitstrafe und Omeyer dafür die Pfiffe der aufgebrachten Fans. Deren Unmut richtete sich nach dem Abpfiff zudem gegen die Schiedsrichter, die vom Sicherheitspersonal in die Kabine eskortiert wurden.
Am Verdienst des Kieler Erfolges gab es keine Zweifel. "Es war klar, dass wir heute ein perfektes Spiel hätten machen müssen", sagte der Löwen-Torwart und Ex-Kieler Henning Fritz. "Das ist uns nur in den ersten 20 Minuten gelungen. Dann haben wir zwischendurch leider den Faden verloren und in der entscheidenden Phase reichen dann nun mal zwei, drei vergebene Chancen, um so ein Spiel zu entscheiden." "Wir haben toll gekämpft, waren aber am Ende auch etwas müde", sagte Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson. Manager Thorsten Storm meinte: "Dass Kiel gewinnt, ist keine Überraschung. Aber der THW musste sich gewaltig strecken und wir können stolz auf unsere Leistung sein. Es kommen auch wieder andere Zeiten." Das schließen selbst die Norddeutschen nicht aus, weshalb Gislason auf die Euphoriebremse trat. "Die Liga hat so viele gute Mannschaften, das war nur ein kleiner Schritt", warnte der THW-Coach.
Die SG Flensburg-Handewitt fügte der MT Melsungen beim 28:25 die erste Saisonniederlage zu und schloss nach Punkten zu den Nordhessen und dem in Hüttenberg mit 29:27 siegreichen TBV Lemgo (alle 6:2) auf. Vor 5800 Zuschauern in der Flensburger Campushalle war Nationalspieler Holger Glandorf mit elf Treffern bester Torschütze der Hausherren. Anders Eggert traf sechs Mal. Für die Gäste war der ehemalige Flensburger Patrik Fahlgren am häufigsten erfolgreich. Der Schwede erzielte ebenfalls sechs Tore. Nach ausgeglichenen 40 Spielminuten konnten sich die Gastgeber im zweiten Durchgang entscheidend absetzen. Neben dem überragenden Glandorf hatte vor allem Torwart Sören Rasmussen großen Anteil daran. Der Däne, in der 34. Minute für Mattias Andersson eingewechselt, hielt zahlreiche Bälle, darunter einen Siebenmeter von Karipidis.
Überhaupt nicht in Fahrt kommt Frisch Auf Göppingen. Ausgerechnet gegen den Europacup-Sieger gelang dem TuS N-Lübbecke am Samstagabend der erste doppelte Punktgewinn in der noch jungen Saison. Mit 31:27 setzten sich die Ostwestfalen gegen den Gast aus Schwaben durch und können damit nach misslungenem Saisonstart erst einmal durchatmen. In Göppingen hingegen herrscht nach nur einem Sieg in fünf Begegnungen Ratlosigkeit über die verlorene Form. Bester Werfer des Spiels war Drago Vukovic, der neun Treffer erzielte.
Der Bergische HC verpasste im Heimspiel gegen den TV Grosswallstadt aufgrund einer schwachen ersten Hälfte das mögliche zweite Erfolgserlebnis in dieser Saison und verlor sein Heimspiel mit 25:29. Über ein ausgeglichenes Punktekonto (4:4) darf sich nach dem gestrigen 32:29-Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf Trainer Rolf Brack und sein HBW Balingen-Weilstetten freuen.
Etwas zittern mussten die Füchse Berlin beim Arbeitssieg gegen Wetzlar. Angeführt von Keeper Nikolai Marinovic kam Wetzlar am Wende noch heran, ehe sich Berlin den 25:23 (14:10) Sieg sicherte. Mark Bult traf mit dem Schlusspfiff, nachdem der Anschluss durch Daniel Valo 21 Sekunden vor dem Ende die Gastgeber noch einmal gehörig unter Stress gesetzt hatte. Im zweiten Sonntagsspiel setzte sich Magdeburg in Hildesheim durch und wiederholte damit den Pokalerfolg von vor wenigen Tagen. Der SCM dominierte weite Strecken des Spiels, allerdings versäumte es Eintracht, in den wichtigen Phasen des Spiels die Big Points zu setzen und Magdeburg mit einem Anschluss- oder Ausgleichstreffer zu schocken.
Handballecke.de Diskutieren Sie direkt im Forum mit!









