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Donnerstag · 12.07.2012 · 17:05 Uhr · levi, cie

"Riesenhandballgaudi" - Fans aus ganz Deutschland unter der Wartburg


In Eisenach wurde auch teamübergreifend gejubelt
Foto: Stefanie Billert
Das Turnier des Fanprojektes des ThSV Eisenach ist im Sommer bereits eine Institution. Seit zehn Jahren zieht es Fangruppen aus allen Teilen des Landes zum sportlichen Wettstreit unter die Wartburg. Im Vordergrund stehen dabei aber keineswegs Sieg oder Niederlage, sondern das Miteinander. Und das betonten die dreizehn Teams am vergangenen Wochenende - auf und neben dem Parkett wurde eine "Handballgaudi" gefeiert.

Dass nicht nur die Leistung auf dem Parkett zählt, wird bei vielen Fanturnieren auch mit einem "Partypokal" unterstrichen. Den "erkämpfte" sich nach Ansicht einer Fachjury in diesem Jahr das Team des Bergischen HC, doch die Spielerinnen, die zur Pokalübergabe schritten, sahen dies anders: "Für ein solch unvergessliches Turnier, für eine solch famose Stimmung - da gibt es einen Hauptverantwortlichen: Das Fanprojekt des ThSV Eisenach", erklärten die BHC-Fans und reichten die Trophäe umgehend weiter: "Euch gebührt der Partypokal."

Der donnernde Applaus bei dieser Aktion unterstrich, dass die BHC-Fans damit den anderen Teams aus der Seele sprachen. La-Ola-Wellen schwappten erneut durch die Halle und sorgten sichtlich für Ergriffenheit bei den Veranstaltern. Diese hatten nicht nur in der Organisation die gewohnt erstklassige Arbeit geleistet, sondern in diesem Jahr einen besonderen Volltreffer gelandet: Zum zehnjährigen Jubiläum war es gelungen, mit "Kinslake" eine Liveband aus dem thüringischen Königssee für die Players-Party am Samstag zu gewinnen und diese rockte das Foyer der Werner-Aßmann-Halle gemeinsam mit den Fans bis in die Morgenstunden.

Auf einer zum Zeltplatz umfunktionierten Freifläche des Sportkomplex Katzenaue, das neben der Werner-Aßmann-Halle auch das Wartburgstadion umfasst, ging die Party dann noch ein wenig weiter und ging teils nahtlos in die "taktische Vorbereitung" auf die am nächsten Tag anstehenden Finalspiele über. In Vor- und Zwischenrunde waren insgesamt dreizehn Teams am Ball und boten teils sehenswerten Sport - davon überzeugten sich unter anderem auch ThSV-Präsident Gero Schäfer und der Sportliche Leiter Till Bitterlich sowie Stadtratsmitglied Thomas Levknecht, zugleich Pressesprecher des ThSV.

Allerdings machte der Spaß auch vor dem Geschehen auf dem Parkett keinen Halt und stellte besondere Ansprüche an die Schiedsrichter, die diese aber in souveräner Manier meisterten. Daran beteiligte sich auch das Rote Kreuz, das bei Verletzungen sofort zur Stelle war und am Sonntagmorgen selbst eine Showeinlage der besonderen Art einstreute. Der heimische Fanclub "BSG Motor Eisenach" begrüßte unterdessen Spielpartner und Unparteiische mit dem Schlachtruf "Gut Ei und Kikeriki" - eine Anlehnung an das große Eisenacher Frühlingsfest, dem Sommergewinn. Im Tor der Gastgeber fand sich übrigens eine Eisenacher Handballlegende: Stefan Rust, dessen Großvater zur legendären Motor-Eisenach-Mannschaft gehörte, die 1958 den Titel eines Deutschen Feldhandballmeisters der DDR eroberte.

Dass der Titel am Ende in Eisenach blieb, lag aber nicht an den BSG-Fans, die das Turnier auf dem neunten Platz abschlossen. "Meckis Freunde" sprangen dafür in die Bresche, sie hatten allerdings einiges Glück in der Zwischenrunde, als sie zu drei punktgleichen Teams gehörten. Nur das geringfügig bessere Torverhältnis entschied für „Meckis Freunde“ vor Göppingen und Stralsund. Die Ostseestädter verpassten haarscharf das Halbfinale. In der Zwischenrundengruppe 2 schafften Gensungen und Schenklengsfeld den Einzug ins Halbfinale - das für Spannung pur sorgte.

"Meckies Freunde" - eine Mischtruppe im Alter zwischen 17 und 50 Jahre vom Jugendclub „Alte Posthalterei“, Übungsleitern des ThSV Eisenach und Freunden des Eisenacher Handballs mit Ralf „Meckie“ Messer als „Chef“ - sicherte sich in buchstäblich letzter Sekunde durch einen „Kracher“ von Qendrim Alaj einen hauchdünnen 9:8-Erfolg über Gensungen den Einzug ins Finale. Die mit zwei Gastspielern verstärkten Grün-Weißen aus Göppingen bezwangen Schenklengsfeld mit 10:4. Dadurch standen sich um Platz 3 die Vorjahres-Finalisten Schenklengsfeld und Gensungen gegenüber. Gestützt auf den wohl besten Keeper des Turniers holten sich die jungen Damen und Männer aus Schenklengsfeld mit einem 10:6 Bronze.

Im Finale gegen Göppingen legten „Meckies Freunde“, mit einem starken Oldie-Deckungsinnenblock (Kegel, Haaß) und zwei rasanten Angriffsspielern (Bärschneider, Alaj) ein 4:1 (6.) vor. Die Grün-Weißen aus Göppingen, mit den „Gastspielern“ Tim Voigt (Nachwuchs des ThSV Eisenach) auf Linksaußen und Rene Meier (Männer-Verbandsligist SG Schnellmannshausen II) im linken Rückraum, fighteten prächtig und verkürzten bis auf zwei Trefer (7:5, 10.). Doch abgeklärt und mit Vollstreckerqualitäten und Angriffsaktionen zum Kreis trafen „Meckies Freunde“ und hielten den Gegner bis zum 10:6-Endstand auf Distanz. Danach hieß es Abschied nehmen, mit der Gewissheit: "Auf Wiedersehen" im nächsten Jahr.

Abschlussklassement:
1.) Meckis Freunde Eisenach, 2.) FA Göppingen, 3.) Schenklengsfeld, 4.) Gensungen, 5.) Bergische Handball-Löwen, 6.) Stralsund, 7.) Nettelstedt, 8.) EHV Aue, 9.) BSG Motor Eisenach, 10.) Dessau, 11.) Bärenbande Minden, 12.) Bernburg, 13.) August & Hilde
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