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Donnerstag · 07.04.2016 · 17:32 Uhr · jun

DHB erwägt Öffnungsklausel für neue Regel - Drei-Angriff-Pause nur im Profibereich?


Ab Juli müssen Spieler, die auf dem Spielfeld behandelt werden, drei Angriffe pausieren
Foto: Ingrid Anderson-Jensen
Werden alle fünf Regeländerungen des Weltverbandes, die am 1. Juli 2016 in Kraft treten, auch im Amateurbereich gelten? Diese Frage beschäftigt den Deutschen Handball-Bund derzeit. „Die IHF wird am 14.04.2016 endgültig entscheiden, mit welchem Wortlaut und an welchen Stellen die Regeländerungen in das offizielle Regelwerk eingearbeitet werden“, erklärt Heinz Winden, DHB-Vizepräsident Recht, auf Anfrage von handball-world.com. „Ich gehe gegenwärtig davon aus, dass die IHF noch eine Öffnungsklausel vorsieht. Falls nicht, werden wir im DHB eine eigene beschließen.“

Präzedenzfälle gibt es bereits. „Wir haben im Regelwerk einige Abweichungen für den DHB-Bereich, für die in den IHF-Regeln keine Öffnungsklausel formuliert ist“, so Winden. So heißt es mit dem Zusatz „Nur gültig für den Bereich des DHB“ beispielsweise zur Regel 1:2: „Bei Spielen der weiblichen und männlichen Jugend (8 bis 10 Jahre) sind die Tore im Lichten 1,60 m hoch.“ Eine Torverkleinerung für jüngere Kinder ist im IHF-Regelwerk nicht vorgesehen.

Neben diesen Änderungen, die nur in Deutschland gelten, kann auch der Weltverband Hinweise ins Regelwerk einarbeiten. So heißt es zum Beispiel in einem Hinweis zu Regel 2:8 (Time-out). „IHF, Kontinentalverbände und nationale Verbände haben das Recht, für ihren Bereich abweichende Regelungen bezüglich der Anzahl der Team-Time-outs zu treffen, wobei jede Mannschaft pro Spiel (ausgenommen Verlängerungen) Anspruch auf drei Team-Time-outs von jeweils einer Minute hat aber pro Halbzeit nur 2 möglich sind.“

Wenn die IHF eine solche Ausnahme nicht auch für die kommenden Regeländerungen vorsieht, könnte es zu einer weiteren Ausnahme im deutschen Regelwerk kommen. Besonders die vorgeschriebene Pause von drei Angriffen für auf dem Spielfeld behandelte Akteure sorgt für Unruhe im Amateurbereich. „Nach unserem Bericht auf handball-world.com wurde ich von mehreren Seiten noch informiert, dass in unteren Ligen und in der Jugend nicht selten Mannschaften mit nur sieben Spielern oder weniger auftreten“, erläutert Winden. „Diese wären durch die Regel „Verletzter Spieler“ zusätzlich benachteiligt.“

In dem ersten Interview (hier nachzulesen), was Winden handball-world.com gab, betonte er im Zusammenhang mit der Regel bereits die Bedeutung einer Öffnungsklausel: „In unteren Ligen kommt das Problem fehlender Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretäre hinzu, so dass auch deshalb bezüglich dieser Regel eine Öffnungsklausel für die Verbände dringend zu empfehlen ist.“

Deshalb wird der DHB nun aktiv. „In der DHB-Präsidiumssitzung am 2. April 2016 haben wir den Antrag an den DHB-Bundesrat beschlossen, folgende - sinngemäße - Formulierung in das Regelwerk einzufügen: „Nur gültig für den Bereich des DHB: Die Regel „Verletzter Spieler“ findet nur in den vom DHB und den Ligaverbänden geleiteten Spielbetrieben Anwendung.“ Das wird vermutlich unter Regel 4:11 eingefügt“, erläutert Winden das Prozedere. „Diese Regel würde somit, wenn der Bundesrat zustimmt, nur in den Bundesligen, Dritter Liga und den Jugendbundesligen angewendet, nicht im Spielbetrieb der Landesverbände.“


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