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Montag · 20.03.2017 · 09:40 Uhr · PM HSG, red

Neu-Wetzlarer Schefvert: "Ich wollte nirgends anders hin, sondern unbedingt zur HSG"


Olle Forsell Schefvert
Foto: HSG
Nach dem überraschend anstehenden Abschied von Neu-Nationalspieler Philipp Weber im Sommer hat Erstligist HSG Wetzlar für hoffnungsvollen Ersatz gesorgt. Die Mittelhessen hatten gestern die Verpflichtung des schwedischen Rückraumspielers Olle Forsell Schefvert vermeldet (wir berichteten). Der 23-jährige wechselt im Juli vom schwedischen Erstligisten IK Sävehof an die Lahn, wo er einen Vertrag bis Juni 2019 unterzeichnet hat. Im Interview spricht der torgefährliche Rechtshänder von gewonnen Eindrücke von seinem neuen Arbeitgeber, anstehende Herausforderungen und persönliche Ziele.

Olle, zunächst einmal Gratulation zu Deinem Vertrag! Wann hast Du das erste Mal vom Interesse der HSG Wetzlar gehört?

Olle Forsell Schefvert:
Das war Mitte Dezember, aber eher der Art, dass Wetzlar beim Scouting auf mich aufmerksam geworden ist und meine Entwicklung weiter verfolgen möchte. Es ging da in keiner Weise um die kommende Saison. Erst als die Nachricht vom überraschenden Abgang Philipp Webers kam, habe ich mir natürlich Hoffnungen gemacht, dass ich eventuell ein Kandidat für die Nachfolge sein könnte, was sich dann ja zum Glück auch bewahrheitet hat.

Die HSG Wetzlar hat Dich dann zeitnah zu einem Kennenlerntermin und zum Medizincheck eingeladen. Wie waren die ersten Eindrücke von Deinem zukünftigen Club?

Olle Forsell Schefvert:
Ich muss sagen, dass Wetzlar ein von Kopf bis Fuß professionell geführter Club ist. Ich hatte keine großartigen Erwartungen, aber ich war schon sehr gespannt als ich in Frankfurt gelandet bin. Der Empfang war dann sehr freundlich und der Tag voller interessanter Eindrücke für einen jungen Spieler wie mich. Zum Beispiel war ich extrem überrascht von der professionellen Arbeit der medizinischen Abteilungen. Testungen in diesem Umfang hatte ich bisher noch nicht mitgemacht. Für mich zeigt das, dass sich in Wetzlar extrem gut um die Spieler gekümmert wird. Der Aufenthalt in Wetzlar war voll mit Terminen und ging sehr schnell rum. Ganz entscheidend für mich war das wirklich sehr gute Gespräch mit den Trainern und der Geschäftsführung. Danach war klar: ich will nirgends anders hin, sondern unbedingt zur HSG Wetzlar!

Du bist mit HSG-Kreisläufer Anton Lindskog im Jahr 2013 Junioren-Weltmeister geworden und kennst ihn daher gut! War das auch ein Entscheidungsgrund?

Olle Forsell Schefvert:
Anton ist ein wirklich guter Freund von mir und es ist schön zu wissen, dass wir kommende Saison zusammenspielen werden. Aber ein Grund für meine Entscheidung war das nicht unbedingt! Entscheidender war der wirklich gute Eindruck, den ich in Wetzlar gewonnen habe und das Gespräch mit den Verantwortlichen, das mich vollends überzeugt hat.

Bei IK Sävehof bist Du sportlich groß geworden, hast mit 18 Jahren dort bereits Champions League gespielt und bist jetzt Führungsspieler und Haupttorschütze! Bereit für die Herausforderung Bundesliga?

Olle Forsell Schefvert:
Die deutsche Bundesliga ist die beste Handball-Liga der Welt! Ich freue mich darauf, mich dort beweisen zu können und weiß, dass ich in Wetzlar optimale Voraussetzungen vorfinde, um mich weiterzuentwickeln. Ich danke dem Club für das Vertrauen, das mir geschenkt wird. Es wird ganz bestimmt die bislang größte Herausforderung für mich, mich zusammen mit dem Team Woche für Woche gegen die besten Spieler der Welt zu behaupten. Es gibt nichts schöneres für einen jungen Handballer!

Was siehst Du als den größten Unterschied zwischen der schwedischen Liga und der deutschen Bundesliga an?

Olle Forsell Schefvert:
Das Tempo und das körperliche Spiel sind nicht vergleichbar. Zudem ist die Bundesliga viel ausgeglichener und es gibt keine einfachen Spiele. Du musst immer 100 Prozent geben, um gewinnen zu können. Die sind Spiele echte Events und fast alle Arenen immer ausverkauft. So etwas kennen wir in Schweden leider nicht.

Die HSG Wetzlar hat in den vergangenen Jahren viele hoffnungsvolle Talente zu Nationalspielern entwickelt. Ist das das nächste große Ziel für Dich?

Olle Forsell Schefvert:
Zunächst einmal ist es mein Ziel, dass ich mich in Wetzlar etablieren und der Mannschaft helfen kann. Dieser Schritt ist groß genug! Nationalspieler zu sein, ist natürlich der Traum eines jeden Spielers. Sollte ich gut genug dafür sein, wäre es eine Ehre für mich, für die schwedische Nationalmannschaft zu spielen.

Bis zu Deinem Wechsel nach Wetzlar sind es jetzt noch rund vier Monate! Wie wirst Du Dich auf das neue Abenteuer vorbereiten?

Olle Forsell Schefvert:
Ich will versuchen ab sofort so gut es geht Deutsch zu lernen. Die Sprache ist enorm wichtig für die Integration in einem neuen Land. Im Frühling beginnen jetzt die Play-offs hier in Schweden und ich werde alles dafür geben, dass wir mit Sävehof so weit wie möglich kommen. Wir sind ein gutes Team und es wäre der schönste Abschluss überhaupt, wenn wir Meister werden würden. Nach dem Ende der Saison, wann das auch immer das sein wird, werde ich hart trainieren, um mich körperlich für die Vorbereitung zu präparieren. Ich weiß, dass ich da noch zulegen muss!

Dein Vater ist ein bekannter Handballtrainer. Deine Mutter war schwedische Nationalspielerin. Von wen hast Du eher das Talent geerbt?

Olle Forsell Schefvert:
Ich glaube von meiner Mutter! Sie war eine erfolgreiche Handballerin. Das spricht, glaube ich, für sich selbst! (lacht)

Was weißt Du über die Heimspiele der HSG Wetzlar in der Rittal Arena?

Olle Forsell Schefvert:
Wir haben das große Glück in Schweden, dass wir sehr viel Bundesliga-Handball schauen können und ich habe auch schon einige Heimspiele der HSG Wetzlar gesehen. Die Stimmung, die da rüber kommt, ist schon toll. Die Arena ist immer voll und die Zuschauer stehen wie eine Wand hinter dem Team. Bei meinem Besuch in Wetzlar konnte ich mir die Arena schon mal von innen anschauen und ich freue mich einfach tierisch darauf, das erstmal mit dem Team auf dem Parkett spielen zu können. Die Fans sollen einfach super sein und ich werde alles dafür tun, dass sie mich als Mensch und Sportler mögen.

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