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Donnerstag · 20.04.2017 · 18:09 Uhr · pav

#Praxisforum: "Noch keine Rechtsprechung" zum Mindestlohngesetz im Sport


Helge-Olaf Käding
Foto: Felix Buß
Beim 5. Praxis-Forum Handball powered by AlphaSports, das zu Jahresbeginn im Essener Ruhrturm stattgefunden hatte, sollte auch das Thema Handballrecht nicht zu kurz kommen. Hierzu sprachen Helge-Olaf Käding, Rechtsanwalt und Experte für Handballrecht, sowie Holger Strohmeyer, Fachanwalt für Sozialrecht aus Dortmund, vor den handballinteressierten Gästen im Tagungssaal.

Das Themenspektrum reichte dabei von Fragen der Befristung über Vertragsoptionen, Mindestlöhne bis hin zu gegenwärtigen Aspekten der Verbandsgerichtsbarkeit und aktueller Rechtsprechung der Sozialgerichte.

Hinsichtlich der Befristung von Arbeitsverträgen im Sport verwies Helge-Olaf Käding zunächst auf den Fall des ehemaligen Mainzer Fußball-Torhüters Heinz Müller. Im Februar 2016 hatte das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz die Zulässigkeit befristeter Arbeitsverträge im Lizenzspielerbereich bestätigt und damit ein erstinstanzliches Urteil des Arbeitsgerichts Mainz vom März 2015 gekippt.

In seiner Urteilsbegründung wies das Landesarbeitsgericht darauf hin, dass Fußballprofis wegen der "Eigenart ihrer Arbeitsleistung" nicht mit normalen Arbeitgebern zu vergleichen seien. Die Rechtslage findet selbstverständlich auch auf den Handball Anwendung. Die Frage, ob Spielerverträge länger als zwei Jahre wirksam befristet werden können, wird in diesem Zusammenhang das Bundesarbeitsgericht klären. Offen bleibt hingegen weiterhin die Frage, wie es sich mit Verträgen von Trainern und Co-Trainern verhält.

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Mindestlohngesetz (MiLoG) in Kraft und gilt für alle Arbeitnehmer. Grundsätzlich gibt es im Bereich des Leistungssports keine gesetzliche Ausnahme von der geltenden Regelung. Folglich liegt der Mindestlohn für Vertragsspieler und Trainer gleichsam bei 8,84 Euro pro Stunde, wobei hier jede Tätigkeit des Sportlers hinzugezählt wird, beispielsweise also auch die Teilnahme an Sponsorenterminen sowie die Reisezeit zu den Auswärtsfahrten. Laut Helge-Olaf Käding herrscht gibt es aber zum Mindestlohngesetz im Zusammenhang mit Sport noch keine Rechtsprechung. Klarheit könne hier in naher Zukunft nur der Gesetzgeber schaffen, der diesbezüglich gefragt sei.

Holger Strohmeyer stellte dem Podium zwei aktuelle Entscheidungen aus dem Bereich der Sozialgerichtsbarkeit vor, die sich mit dem Thema Verwaltungsberufsgenossenschaft beschäftigen.

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