Mittwoch · 08.08.2012 · 14:11 Uhr · Christian Stein - handball-world.com
Nach zweiter Verlängerung: Ungarn wirft Island aus dem Turnier
Die einen jubelten, tanzten und hatten vor allem ihren Keeper Nandor Fazekas im Blick. Laszlo Nagy, am Ende mit neun Toren der erfolgreichste Torjäger der Magyaren war der erste, der seinen künftigen Veszpremer Teamkollegen herzen konnte, der Rest folgte. Nach insgesamt 80 intensiven Handball-Minuten hatten die Ungarn Island, den Silbermedaillengewinner von Peking niedergerunngen und mit 34:33 (30:30, 27:27, 16:12) bezwungen. Für die Nordmännertrafen die beiden Kieler Gudjon Valur Sigurdsson (8) und Aron Palmarsson (7) am häufigsten.
Die Anfangsphase des Viertelfinales lief vollkommen an Island vorbei. Es schien, als ob der emotionale Sieg gegen Frankreich das Team völlig aus dem Tritt gebracht hatte. Gegen Großbritannien schon eine Halbzeit lang geschwächelt, nahmen die Nordmänner erst nach rund sieben Minuten Fahrt auf. Die Abwehr stand nicht, der Angriff spielte ebenso fehlerhaft - die Konsequenz ein frühes 1:5, ehe Palmarsson und Atlason das erste Ausrufezeichen setzen konnten. Doch es musste auch ein wenig das Glück helfen. Während auf der einen Seite Czaszar nur den Pfosten traf, landete die Parade von Fazekas nach einem Palmarssonwurf in den Händen von Gudjon-Valur Sigurdsson, der an seinem 33. Geburtstag zum 4:5-Anschluss traf.
Es war hart umkämpft, nach einer Rangelei am isländischen Kreis wurden Ingimundarsson und Zubai gleichzeitig mit der ersten Zeitstrafe (13.) bedacht. Am Tor von Björgvin Gustavsson sollten sich auch weiterhin die entscheidenden Situationen abspielen. Sigurdssons Ausgleich resultierte so aus einem Gegenstoß und auch vor der ersten Führung zum 9:8 (20.) ging ein von der isländischen Deckung erzwungener Fehlpass Mocsais voraus.
Beide Mannschaften schlugen ein hohes Tempo an und lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch. Gut präsentierten sich die Magyaren auch beim eigenen Unterzahlspiel und als Fazekas beim Stand von 12:12 (26.) einen Strafwurf von Stefansson hielt, war dies das Auftaktsignal für die Schlussoffensive. Island schien sein Pulver verschossen zu haben, scheiterte immer wieder an Fazekas - der ehemalige Bundesligaspieler hatte schon in Halbzeit eins zehn Paraden zu Buche stehen. Ungarn hingegen hatte mit Putics noch mal frischen Wind gebracht und mit einem Buzzerbeater traf Nagy zum 16:12-Pausenstand.
Der erfahrene Linkshänder sollte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs die Magyaren erstmals mit fünf Toren in Führung bringen, doch anschließend waren es die Nordmänner, die nun in der Abwehr viel investierten, Ballverluste erzwangen und so auch dem neuen Keeper Hreidar Levy Gudmundsson ins Spiel kommen ließen. Der Lohn war der direkte Ausgleich zum 17:17 (37.). Doch die Ungarn blieben in der Vorlage, spielten ihre Angriffe variabel mal über Zubai, mal über die Außen oder eben durch die Rückraumshooter ab. Da Fazekas zudem wieder seine Form aus dem ersten Durchgang fand, setzte man sich bis Mitte der zweiten Halbzeit wieder auf drei Tore (22:19) ab.
Eine Vorentscheidung? Keineswegs. Wieder war es Gudmunddson, der im Tor die entscheidenden Impulse setzen sollte und erneut beim 23:23 (50.) das Remis ermöglichte. Doch die Ungarn rochen die Sensation und es blieb ein Kampf auf des Messers Schneide. Erst zwei Minuten vor dem Ende konnte die Neu-Kieler Kombination von Palmarsson auf Sigurdsson der Führungstreffer zum 27:26 gelingen. Grund genug für Lajos Mocsai seine Schützlinge noch einmal auf die letzten Angriffe einzuschwören. Auch wenn Gudmundsson mit neun Paraden in Halbzeit zwei großen Anteil an der Wende hatte, den durchaus möglichen Ausgleich von Ivancsik verhinderte dann der Pfosten.
Es schien alles auf einen isländischen Halbfinaleinzug hinauszulaufen. Auch Gudmundur Gudmundsson beorderte seine Mannen noch einmal zum Gespräch und mit einem kraftvollen Durchbruch holte Olafur Stefansson einen Strafwurf heraus. 14 Sekunden vor dem Ende konnte Snorri Gudjonsson von der Strafwurflinie die Partie entscheiden, doch Fazekas stand zum 16. Mal einem isländischen Torerfolg im Wege. Den schnellen Konter schloss Lekai zum 27:27-Zwischenstand nach 60 Minuten ab. Verlängerung.
In diese starteten die Skandinavier noch in Unterzahl, denn Gudjonsson hatte Zubai während des ungarischen Schnellangriffes noch gefault, dieser jedoch noch den Ball zu Ivancsik weiterpassen können. Der Linksaußen, kurz vor Schluss erst noch der vermeintlich tragische Held und dann doch noch Vorbereiter, sollte in der Verlängerung dann wieder Ungarn in Führung bringen. Doch die Dramatik, die schon die reguläre Spielzeit ausmachte, sollte auch in der Verlängerung zunächst Bestand haben. Fazekas und Gudmundsson behielten ihren hohen Level bei und so wurden mit einem 29:29 die Seiten gewechselt.
Arnor Atlason, am Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung noch mal mit einem Buzzerbeater erfolgreich, sollte in der intensiven Partie rund drei Minuten vor dem Ende zum 30:29 stellen. Ivancsik holte noch einmal einen Strafwurf heraus, doch Harsanyis Siebenmeter ging als Aufsetzer an die Unterkante der Latte. Die Isländer hatten nun erneut die Chance die Partie endgültig zu entscheiden, verpassten dies aber erneut und Nagy konnte noch einmal den Spielstand egalisieren. Der Linkshänder verpasste aber ebenso wie kurz vorher Gudjon-Valur Sigurdsson seinen finalen Wurf. Das Torgehäuse half Island erneut. Zweite Verlängerung.
Die zweite Verlängerung sollte vor allem Laszlon Nagy prägen. Der während der Spiele von Barcelona nach Vezprem transferierte Linkshänder übernahm nun immer mehr Veranwortung und erzielte alle drei Tore zum 33:31-Zwischenstand nach 75 Minuten. Beinahe hätte der Rückraumshooter noch einen vierten Treffer in diesen fünf Minuten erzielt, doch seinen Wurf aus dem Gegenstoß parierte Gudmundsson.
Die Zeit lief den Nordmännern nun davon. Petersson schaffte vom rechten Flügel zwar den Anschluss, doch Czaszar sollte sich postwendend kraftvoll durch die isländische Deckung arbeiten und erneut auf zwei Tore stellen. Es blieb eine Nervenschlacht, Fazekas hatte gegen Atlason erneut parieren können, doch die Isländer blieben in Ballbesitz und erneut hielt Petersson die Chancen aufrecht. Doch es passte ins Bild der kompletten Partie, diesmal schaffte es Ungarn nicht den entscheidenden Treffer zu setzen. Island blieben rund 40 Sekuden für einen letzten Angriff, doch Palmarssons Wurf wurde letztmals Beute von Fazekas, der erst von seinen Mannschaftskollegen im Jubelsturm zu Fall gebracht wurde.
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Die Anfangsphase des Viertelfinales lief vollkommen an Island vorbei. Es schien, als ob der emotionale Sieg gegen Frankreich das Team völlig aus dem Tritt gebracht hatte. Gegen Großbritannien schon eine Halbzeit lang geschwächelt, nahmen die Nordmänner erst nach rund sieben Minuten Fahrt auf. Die Abwehr stand nicht, der Angriff spielte ebenso fehlerhaft - die Konsequenz ein frühes 1:5, ehe Palmarsson und Atlason das erste Ausrufezeichen setzen konnten. Doch es musste auch ein wenig das Glück helfen. Während auf der einen Seite Czaszar nur den Pfosten traf, landete die Parade von Fazekas nach einem Palmarssonwurf in den Händen von Gudjon-Valur Sigurdsson, der an seinem 33. Geburtstag zum 4:5-Anschluss traf.
Es war hart umkämpft, nach einer Rangelei am isländischen Kreis wurden Ingimundarsson und Zubai gleichzeitig mit der ersten Zeitstrafe (13.) bedacht. Am Tor von Björgvin Gustavsson sollten sich auch weiterhin die entscheidenden Situationen abspielen. Sigurdssons Ausgleich resultierte so aus einem Gegenstoß und auch vor der ersten Führung zum 9:8 (20.) ging ein von der isländischen Deckung erzwungener Fehlpass Mocsais voraus.
Beide Mannschaften schlugen ein hohes Tempo an und lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch. Gut präsentierten sich die Magyaren auch beim eigenen Unterzahlspiel und als Fazekas beim Stand von 12:12 (26.) einen Strafwurf von Stefansson hielt, war dies das Auftaktsignal für die Schlussoffensive. Island schien sein Pulver verschossen zu haben, scheiterte immer wieder an Fazekas - der ehemalige Bundesligaspieler hatte schon in Halbzeit eins zehn Paraden zu Buche stehen. Ungarn hingegen hatte mit Putics noch mal frischen Wind gebracht und mit einem Buzzerbeater traf Nagy zum 16:12-Pausenstand.
Der erfahrene Linkshänder sollte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs die Magyaren erstmals mit fünf Toren in Führung bringen, doch anschließend waren es die Nordmänner, die nun in der Abwehr viel investierten, Ballverluste erzwangen und so auch dem neuen Keeper Hreidar Levy Gudmundsson ins Spiel kommen ließen. Der Lohn war der direkte Ausgleich zum 17:17 (37.). Doch die Ungarn blieben in der Vorlage, spielten ihre Angriffe variabel mal über Zubai, mal über die Außen oder eben durch die Rückraumshooter ab. Da Fazekas zudem wieder seine Form aus dem ersten Durchgang fand, setzte man sich bis Mitte der zweiten Halbzeit wieder auf drei Tore (22:19) ab.
Eine Vorentscheidung? Keineswegs. Wieder war es Gudmunddson, der im Tor die entscheidenden Impulse setzen sollte und erneut beim 23:23 (50.) das Remis ermöglichte. Doch die Ungarn rochen die Sensation und es blieb ein Kampf auf des Messers Schneide. Erst zwei Minuten vor dem Ende konnte die Neu-Kieler Kombination von Palmarsson auf Sigurdsson der Führungstreffer zum 27:26 gelingen. Grund genug für Lajos Mocsai seine Schützlinge noch einmal auf die letzten Angriffe einzuschwören. Auch wenn Gudmundsson mit neun Paraden in Halbzeit zwei großen Anteil an der Wende hatte, den durchaus möglichen Ausgleich von Ivancsik verhinderte dann der Pfosten.
Es schien alles auf einen isländischen Halbfinaleinzug hinauszulaufen. Auch Gudmundur Gudmundsson beorderte seine Mannen noch einmal zum Gespräch und mit einem kraftvollen Durchbruch holte Olafur Stefansson einen Strafwurf heraus. 14 Sekunden vor dem Ende konnte Snorri Gudjonsson von der Strafwurflinie die Partie entscheiden, doch Fazekas stand zum 16. Mal einem isländischen Torerfolg im Wege. Den schnellen Konter schloss Lekai zum 27:27-Zwischenstand nach 60 Minuten ab. Verlängerung.
In diese starteten die Skandinavier noch in Unterzahl, denn Gudjonsson hatte Zubai während des ungarischen Schnellangriffes noch gefault, dieser jedoch noch den Ball zu Ivancsik weiterpassen können. Der Linksaußen, kurz vor Schluss erst noch der vermeintlich tragische Held und dann doch noch Vorbereiter, sollte in der Verlängerung dann wieder Ungarn in Führung bringen. Doch die Dramatik, die schon die reguläre Spielzeit ausmachte, sollte auch in der Verlängerung zunächst Bestand haben. Fazekas und Gudmundsson behielten ihren hohen Level bei und so wurden mit einem 29:29 die Seiten gewechselt.
Arnor Atlason, am Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung noch mal mit einem Buzzerbeater erfolgreich, sollte in der intensiven Partie rund drei Minuten vor dem Ende zum 30:29 stellen. Ivancsik holte noch einmal einen Strafwurf heraus, doch Harsanyis Siebenmeter ging als Aufsetzer an die Unterkante der Latte. Die Isländer hatten nun erneut die Chance die Partie endgültig zu entscheiden, verpassten dies aber erneut und Nagy konnte noch einmal den Spielstand egalisieren. Der Linkshänder verpasste aber ebenso wie kurz vorher Gudjon-Valur Sigurdsson seinen finalen Wurf. Das Torgehäuse half Island erneut. Zweite Verlängerung.
Die zweite Verlängerung sollte vor allem Laszlon Nagy prägen. Der während der Spiele von Barcelona nach Vezprem transferierte Linkshänder übernahm nun immer mehr Veranwortung und erzielte alle drei Tore zum 33:31-Zwischenstand nach 75 Minuten. Beinahe hätte der Rückraumshooter noch einen vierten Treffer in diesen fünf Minuten erzielt, doch seinen Wurf aus dem Gegenstoß parierte Gudmundsson.
Die Zeit lief den Nordmännern nun davon. Petersson schaffte vom rechten Flügel zwar den Anschluss, doch Czaszar sollte sich postwendend kraftvoll durch die isländische Deckung arbeiten und erneut auf zwei Tore stellen. Es blieb eine Nervenschlacht, Fazekas hatte gegen Atlason erneut parieren können, doch die Isländer blieben in Ballbesitz und erneut hielt Petersson die Chancen aufrecht. Doch es passte ins Bild der kompletten Partie, diesmal schaffte es Ungarn nicht den entscheidenden Treffer zu setzen. Island blieben rund 40 Sekuden für einen letzten Angriff, doch Palmarssons Wurf wurde letztmals Beute von Fazekas, der erst von seinen Mannschaftskollegen im Jubelsturm zu Fall gebracht wurde.
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