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Sonntag · 30.12.2012 · 17:43 Uhr · Ole Rosenbohm - VfL / red

Laura van der Heijden trifft 15mal bei Oldenburger Sieg in Bad Wildungen


Laura van der Heijden erzielte fünfzehn Treffer
Foto: groundshots.de
Knapp vorbei: Der abstiegsbedrohte Erstligist HSG Bad Wildungen war gegen den VfL Oldenburg nahe dran an einer Überraschung, konnte aber letztlich vor allem die 15fache Torschützin Laura van der Heijden nicht stoppen. Die Niederländerin sicherte Oldenburg auch trotz Unterzahl mit ihrem Treffen zum 26:29 den 27:29 (14:17) Auswärtssieg bei den Nordhessinnen, die nun wieder Tabellenletzter sind.

Ohne Torfrau Julia Renner (Mittelhandbruch), Haupttorschützin Lois Abbingh (Meniskusriss) und Aufbauspielerin Rabea Neßlage (Kreuzbandriss) geriet der VfL zunächst ins Hintertreffen. Nach vier Minuten führten die „Vipers“ in der rappelvollen und stimmungsvollen Ense-Halle dank einer hervorragend eingestellten und vor allem gegen van der Heijden und Sabrina Neuendorf aggressiv vorgehenden Abwehr mit 3:1. Nach neun Minuten stand es 6:3, in der 14. Minute 8:4. Es lief nicht viel zusammen beim VfL, für den Neuendorf und Julia Wenzl mit verworfenen Siebenmetern innerhalb von 100 Sekunden zweimal den 4:5-Anschlusstreffer verpassten.

Seine ersten Korrekturen nahm VfL-Trainer Leszek Krowicki nach zwölf Minuten vor, als er erstmals Barbara Hetmanek und Thalke Bitter auf die Platte schickte. Die eigentlich für die Abwehr gebrachte Bitter führte sich schnell gut ein, als sie in Bedrängnis aus neun Metern zum 6:8 ins lange Eck traf. Und spätestens nach Krowickis Auszeit in der 19. Minute bei 8:11 lief es endgültig besser. Wiebke Kethorn und Kim Birke trafen per Doppelschlag zum 10:11 (22.), für den Ausgleich sorgte fünf Minuten vor der Pause van der Heijden. Eine Minute später warf Neuendorf zur ersten Führung für die Gäste ein.

So bestimmten die favorisierten und von rund 40 Anhängern unterstützten Oldenburgerinnen die Schlussphase der ersten Hälfte. Die Gastgeberinnen wurden fahriger, produzierten in den letzten sechs Minuten der ersten Hälfte zwei Fehlpässe und ein Anspiel ins Seiten-Aus. Später beklagte auch HSG-Trainer Karsten Moos die entscheidenden technischen Fehler in dieser Phase. Oldenburg nahm die Geschenke an und kam durch van der Heijdens zehnten Treffer und Kim Birke in der letzten Sekunde zum Pausenstand von 17:14.

In der zweiten Hälfte hielt die HSG die Partie zunächst offen. Bad Wildungen konnte zwar nicht für den Ausgleich sorgen, kam aber insgesamt sieben Mal auf einen Treffer heran. Wieder wurde Oldenburg nach einer Auszeit besser. Krowicki nahm sie in der 49. Minute bei 24:22. Miranda Robben schaffte zwar den Anschlusstreffer, doch danach warf der VfL vier Tore in Folge.

Nach Wenzls 28:23 (53.) schien die Partie entschieden – wieder hatte die HSG eine Phase mit zu vielen überhasteten Abschlüssen hinter sich gebracht. Doch nach diesem Treffer blieb der VfL sechseinhalb Minuten ohne Tor. Erst 50 Sekunden vor dem Ende machte van der Heijden mit ihrem 14. Treffer den Oldenburger Sieg perfekt.

Die kampfbetonte Partie ging den Spielerinnen an die Substanz. Die stark spielende Julia Wenzl, die mit sechs Feldtoren eine wichtige Rolle beim VfL spielte, erhielt in der 55. Minute einen Pferdekuss, humpelte danach. Wenig später musste Neuendorf wegen eines Krampfes aussetzen. Die Oldenburger Spielführerin hatte während der Partie schon einen Ball ins Gesicht bekommen.

Entscheidend für den Sieg gegen den finanziell angeschlagenen Verein (vermutlich wird in den nächsten Tagen verkündet, ob der im Oktober gestellte Insolvenzantrag zurückgenommen werden kann) war die Abwehrleistung in der Schlussphase, in der Torfrau Tess Wester ihre wichtigsten Bälle hielt. Bad Wildungen präsentierte sich allerdings zu keinem Zeitpunkt als ein Team, das – wie Medien vermuten – in Teilen vor der Auflösung steht. Diskutiert wurde, ob es für die HSG nicht besser gewesen wäre, die sehr gute van der Heijden enger zu decken. Nein, das hätte Oldenburg zu viele Freiräume eröffnet, verteidigte HSG-Trainer Moos seine Entscheidung für mehr Kompaktheit.

„Das war ein Arbeitssieg heute, anders kann man das nicht beschreiben“, sagte Krowicki. „Nach dem harten Spiel in Buxtehude war wohl auch nichts anderes für uns möglich.“ Unabhängig von den Fehlern in entscheidenden Phasen lobte Moos seine Mannschaft für einen „großartigen Kampf“, nie habe das Team aufgegeben. Weil parallel die DJK/MJC Trier mit 28:21 gegen die HSG Blomberg gewann, rutschte die Mannschaft allerdings durch die heutige Niederlage wieder auf den letzten Platz. „Der Tabellenplatz spiegelt das Potenzial dieser erfahrenen Mannschaft nicht wieder“, sagte Krowicki. Oldenburg bleibt Tabellenvierter.

Für den VfL geht es am kommenden Samstag (5.1.2013) um 15 Uhr mit dem ersten Rückrundenspiel weiter. Zu Gast ist das Team dann bei den VL Koblenz/Weibern. Bad Wildungen spielt tags darauf um 16 Uhr bei der HSG Blomberg. Das erste Heimspiel im neuen Jahr bestreitet Oldenburg am 9. Januar um 19.30 Uhr gegen den Frankfurter HC, der heute gegen den deutschen Meister Thüringer HC überraschte und mit 27:26 gewann.

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