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Sonntag · 18.12.2016 · 19:30 Uhr · fcb

EM-Titelverteidiger Norwegen bezwingt Niederlande knapp


Norwegen wurde zum siebten Mal Europameister
Foto: sportseye.de
Im seit langem fast komplett an norwegische Fans ausverkauften Finalspiel schien der Weltmeister und Titelverteidiger aufgrund der Unterstützung von den Rängen die besseren Karten zu haben. In der Wiederauflage des WM-Finals wechselte die Führung zunächst mehrmals, ehe sich Norwegen und die Niederlande, in einer der besten ersten Halbzeiten der EURO 2016, mit 15:15 zum Gang in die Kabinen trennten. Norwegen konnte dann seine Deckung stabiler halten und machte im Angriff weniger Fehler. Vor der Rekordkulisse von 11.047 Zuschauern setzte sich Norwegen zwischen der 40. und der 46. Spielminute auf 21:26 ab. Diese Hypothek war für Oranje zu groß, das sich erneut mit Silber zufrieden geben muss. Nach dem 29:30-Anschlusstreffer fehlte der Thomsen-Sieben die Cleverness.

Für ein Endspiel war es ein ungewöhnlich torreicher Beginn. Nach fünf Minuten lagen die Niederlande und Norwegen mit jeweils drei Treffern gleichauf. Oranje hatte die Partie durch ein Tor der wertvollsten Spielerin des Turniers, Nycke Groot, eröffnet. Nach dieser frühen Run-and-Gun-Phase kehrte dann etwas mehr Ruhe ins Spiel ein. Die Abwehrreihen wirkten konzentrierter, sodass auch die Torleute glänzen konnten. Tess Wester unterband zwei norwegische Treffer. Michelle Goos nutzte einen Pfostentreffer von Kristiansen und besorgte nach zehn Minuten im Gegenstoß die 6:5-Führung der Niederländerinnen. Thorir Hergeirsson reagierte mit einer Auszeit für Norwegen.

Es blieb eine äußerst unterhaltsame Partie auf hohem technischem Niveau. Der Titelverteidiger scheiterte indes auch in Überzahl zweimal an Tess Wester. Die Niederlande blieben hingegen nach dem Führungstreffer am Drücker. Maura Visser verwandelte den Siebenmeter zum 9:6 (14.) und warf dabei am Standbein von Silje Solberg vorbei. Einige hundert Oranje-Fans feierten ihr Team und auch Wester, wie weiterhin glänzend agierte und in einer Situation gegen Kristiansen und einen Augenblick später gegen Kurtovic parierte. Das 10:6 blieb aber liegen. Emilie Arntzen bedankte sich für ihre Einwechslung mit dem 9:7-Treffer (16.). Camilla Herrem setzte nach einem Ballgewinn nach.

Den Norwegerinnen war es mehrmals nacheinander gelungen, die Passwege der Niederländerinnen zuzustellen. Helle Thomsen beantragte eine Besprechung. Der Rückraum sollte sich mehr bewegen um dann über Außen oder über den Kreis abzuräumen.

Die Ansprache der Dänin schien zu wirken. Yvette Broch besorgte nach einem Ballgewinn die 12:9-Vorlage. Norwegen wechselte nach Snelders 13:9-Treffer (21.) im Tor. Grimsbø ersetzte Solberg. Die Niederlande spielten Überzahlangriffe, waren nach technischen Fehlern aber meist rechtzeitig sortiert. Norwegen profitierte indes weiter von der langen Bank. Silje Waade erzielte das 13:11 (22.).

Norwegen war cool geblieben und wartete auf gegnerische Fehler. Diese schlichen sich am Ende der ersten Halbzeit ein. Vier technische Fehler in Serie nutzten die Nordeuropäer durch Treffer von Waade, Mørk und Arntzen zu einer 3:0-Serie und zur 13:14-Führung nach 26 Spielminuten.

Laura van der Heijden beendete nun die über sechs Minuten lange Torflaute der Niederländerinnen. Kari Grimsbø und jagte ihre Statistikwerte anschließend mit zwei weiteren Paraden in astronomische Höhen. Dennoch endete die erste Halbzeit remis: Groot traf ansatzlos zum 15:15.

Die Niederlande konnten bisher, in der Abteilung Attacke, vor allem deswegen mithalten, weil sie sieben Treffer vom Kreis erzielt hatten. Norwegen holte sich die Führung aber tatsächlich zurück. Nora Mørk avancierte mit ihrem Siebenmeter zum 16:17 (33.) zur besten EM-Torschützin und legte sofort nach. Einem Ballverlust von Laura van der Heijden nutzte Kristiansen zum 17:19. Die Rückraumlinke schickte zugleich Danick Snelder mit einer Zeitstrafe auf die Bank. Groot übernahm in Unterzahl mit einem weiteren ansatzlosen Treffer die Verantwortung. Eine Parade von Wester gegen Mørk schien Oranje den Druck zu nehmen, doch nach 43 Spielminuten hieß es 20:24 für Norwegen.

Die Niederländerinnen entwickelten zu Beginn der zweiten Halbzeit zum einen zu wenige Wurfchancen, zum anderen scheiterten sie oft an Grimsbø. Norwegen zwang Oranje aus einer stabilen Deckung zu Fehlern. Auf den 21:26-Konter von Herrem folgte die Notbremse von Helle Thomsen: Auszeit!

„Nora Mørk“-Sprechchöre hallten kurz darauf, nach dem zehnten Treffer der Linkshänderin, durch das Scandinavium. Die Niederländerinnen ereiferten sich derweil über Siebenmeter-Entscheidungen der russischen Unparteiischen. Marit Frafjord zeigte derweil, warum sie ins All-Stars-Team gewählt worden war, sie machte wohl ihr mit Abstand bestes EM-Spiel. Beim 25:29 (52.) rückte Gold für Norwegen allmählich in Reichweite, auch wegen insgesamt 9/1 Paraden von Grimsbø. Van Olphen und Abbingh sowie die 16. Parade von Wester brachten Oranje aber auf 29:30 (59.). Polman verpasste den Ausgleich. Oranje fehlte die Cleverness, um die Verlängerung zu erzwingen.


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