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:: Complete News
12/22/2007 - Christian Ciemalla - handball-world.com
Handball durchbricht die Phalanx des Fußballs - WM-Finale zuschauerstärkste Sendung 2007

Nicht nur den WM-Pokal, auch bei der Zuschauergunst auf Platz 1
Photo: walz-fotografie.de
Vergleichbare Erfolgsgeschichten, wie sie der Handball im Fernsehen genommen hat, gibt es in den vergangenen Jahren sicherlich nur ganz wenige. Vor wenigen Jahren zitterte der Handball-Fan darum, ob eine Großveranstaltung im Handball überhaupt übertragen wird. Nun ist nicht nur die Grundversorgung gesichert, die Bundesliga hat ihren regelmäßigen Platz in der Fernsehlandschaft gefunden und auch die WM der Frauen durchbrach im Spartensender Eurosport die Grenze von 1 Million Zuschauer. Doch wer noch ein Argument benötigte, dass der Handball Massenkompatibel ist, der hat es jetzt: Das WM-Finale der deutschen Auswahl war im Jahr 2007 die zuschauerstärkste TV-Sendung!

16,16 Millionen Zuschauer sahen das Finale der deutschen Auswahl gegen Polen und sorgten damit für eine Palastrevolution. Dass Sendungen wie "Wetten Dass?" besiegt werden konnten, ist sicherlich ein Erfolg für den Handball, doch noch eindrucksvoller war der Einbruch in die Phalanx des Fußballs. Bei einem Blick auf die Top Ten der Sportsendungen eines jeden Jahres wird dies deutlich, letztmalig schaffte es im Jahr 2004 die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Athen einen Platz in diesen Top Ten zu erreichen, ansonsten herrschte "König" Fußball vor. Die Fußball-Phalanx wurde nicht nur durchbrochen, sondern pulverisiert: Auch der "Kampf der Boxrentner" zwischen Henry Maske und Virgil Hill landete weit vor dem Fußball, das Spiel Deutschland gegen Tschechien landete mit 13,21 Millionen Zusehern nur auf Platz Drei der Sportcharts und aufgrund von zwei "Wetten Dass?"-Sendungen sogar nur auf Platz Fünf der Gesamtrangliste.

:: Top 5 TV
1. Handball: GER-POL ARD 16,16 Mio
2. Boxen: Maske - Hill RTL 16,07 Mio
3. Wetten, dass? - 20. Januar ZDF 13,53 Mio
4. Wetten, dass? - 3. März ZDF 13,30 Mio
5. Fußball: CZE-GER ARD 13,21 Mio
Von einer dauerhaften Ablösung von König Fußball kann sicherlich keine Rede sein, doch den zweiten Platz unter den Mannschaftssportarten hat der Handball mit diesen Zahlen eindrucksvoll untermauert. Der Rekord für eine Sportsendung und eine TV-Sendung allgemein hält übrigens der Fußball, unglaubliche 29,66 Millionen Zuschauer sahen das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Italien im Jahr 2006, das war ein Marktanteil von 84,1 Prozent der eingeschalteten Geräte. Das WM-Finale der deutschen Handballer hatte dafür aber aus deutscher Sicht den besseren Ausgang. Aber apropos Marktanteil, hier landet die deutsche Auswahl nur auf dem zweiten Platz, dies sei der Chronistenpflicht wegen angefügt, der nächtliche Maske-Kampf erreichte zwar weniger Zuschauer aber mit 63,7 Prozent einen höheren Anteil der eingeschalteten Fernsehgeräte. Dies sollte das eindrucksvolle Ergebnis aber nicht schmälern.

Dass Handball Massen begeistern kann, ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Bereits das Olympische Finale in Athen sahen durchschnittlich 7,92 Millionen Zuschauer, ein Wert, der bei der WM erst im Viertelfinale im Spiel gegen Spanien übertroffen wurde. Das Halbfinale gegen Frankreich verpasste dann, trotz ungünstiger Sendezeit den Sprung in die Top Ten nur um Haaresbreite: 10,64 Millionen war der Wert, genauso wie das Länderspiel der Fußballer gegen Irland, dass aber anscheinend aufgrund der hinteren Nachkommastellen vor dem WM-Halbfinale auf dem zehnten Platz landete. Aber auch die Werte von der Vor- und der Hauptrunde waren trotz ungünstigster Anwurfzeiten glänzend. Selbst das Eröffnungsspiel gegen Brasilien sahen durchschnittlich 4 Millionen Zuschauer und auch die Spiele ohne deutsche Beteiligung kamen im DSF auf Werte über 2 Millionen. Fortgesetzt wurde die Erfolgsgeschichte des Handballs von den deutschen Frauen, die bei Eurosport die Grenze von 1 Million durchbrachen.

:: Top 10 Sport
1. Handball: GER-POL ARD 16,16 Mio
2. Boxen: Maske - Hill RTL 16,07 Mio
3. Fußball: CZE - GER ARD 13,21 Mio
4. Boxen: Klitschko - Austin RTL 12,88 Mio
5. Fußball: ENG - GER ARD 12,52 Mio
6. Boxen: Klitschko - Brewster RTL 11,27 Mio
7. Formel 1: Grand Prix BRA RTL 11,10 Mio
8. Fußball: GER - CZE ZDF 10,90 Mio
9. Fußball: GER - SVK ARD 10,73 Mio
10. Fußball: IRL - GER ARD 10,64 Mio
Der Handball hat damit eine unglaubliche Entwicklung vollzogen. Denn trotz eigentlich stets guter Quoten, sowohl bei den Herren, wie auch bei den Frauen, zitterte der Handball-Fan noch vor wenigen Jahren vor Großereignissen darum, ob überhaupt Livebilder von den deutschen Spielen zu sehen sein würden. Und selbst bei der WM im eigenen Land schienen die Öffentlich-Rechtlichen keineswegs vom Erfolg überzeugt, viele Spiele wurden in den späten Nachmittag geschoben, nicht auszudenken, welche Quoten bereits da zur Primetime zu erreichen gewesen wären.

Und die gesteigerte Bedeutung des Handballs wird vermutlich dadurch besonders deutlich, dass am Tag des WM-Finals nicht nur die Fußballfans im Müngersdorfer Stadion aufgrund des zeitgleichen WM-Finals skandierten, "Wir wollen Handball sehen", sondern im Vorfeld des WM-Finals sich auch sowohl Werder-Boss Jürgen L. Born wie Schalke-Manager Andreas Müller um eine Verlegung des Fußballspitzenspiels zwischen Werder und Schalke bemühten, wenn auch aufgrund der organisatorischen Kürze vergebens. "Wir wundern uns, dass man ein WM-Endspiel nicht wie im Fußball abends zur besten Sendezeit überträgt", sagte damals DFL-Mediendirektor Tom Bender. Dass Handball in der Masse angekommen ist, zeigte auch die Bild-Zeitung, nicht nur die Titelseite, sondern auch Kolumnist Franz Josef Wagner widmete sich dem Handball und stellte fest: "Was für ein wahnsinniger Sport und ich weiß nichts von ihm. Warum haben mir ARD und ZDF nichts von diesem Sport erzählt?"

Dieser Artikel ist Free-Content und kann in jede Webseite oder jedes Medium übernommen werden, allerdings wird um eine korrekte Quellenbezeichnung bzw. Verlinkung auf handball-world.com gebeten.




» www.handballimfernsehen.de
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28.09.2008: The rebuilding of the German team without Kehrmann, Fritz, Klimovets and Zeitz
29.07.2008: Germany beat Russia twice
22.07.2008: Germany`s Handball squads get closer to Olympic form
 
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http://www.handball-world.com/news-index.php?LID=0&GID=1&auswahl=12327
 
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