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02/07/2009 - Matthias Kornes - handball-world.com |
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Kabengele-Gala beim Sieg gegen Dormagen |
 Silvio Heinevetter und Michiel Lochtenbergh hatten ein Privatduell Photo: Heinz J. Zaunbrecher |
Der SC Magdeburg hat sich beim 31:24 Sieg gegen Dormagen als eine Nummer zu groß für den Aufsteiger erwiesen. Damien Kabengele und Alexandros Vasilakis sorgten im Alleingang für den Knock-out der Gäste, die auch ihre taktischen Raffinessen nicht anbringen konnten. Der SCM hatte mehr mit seinen Konzentrationssschwächen zu tun als damit, wirkliche Gegenwehr aufzulösen. Auch mit den Youngstern Steffen Coßbau und Christoph Steinert auf dem Parkett war der SCM jederzeit Herr der Lage, Dormagen hatte zu wenig Druck im Spiel, um Magdeburg zu gefährden. Kurzzeitig war der TSV auf vier Treffer herangekommen, es blieb ein Strohfeuer, als der SCM wieder den Druck erhöhte.
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Viel Angst hatten die Gastgeber nicht vor der Dormagener Offensive, der SCM stellte eine extrem defensive 6:0 auf das Parkett und verließ sich auf Block und Heinevetter. Dormagens Neuzugang Sebastian Linder stand von Anfang an auf dem Feld, allerdings nur gut eine Minute, dann langte der ehemalige Wallauer Andreas Rojewski ins Gesicht und saß danach zwei Minuten draußen. Magdeburg nutze den Startimpuls und zog auf 5:1 weg. Dormagen kreiselte ständig, agierte aber nicht auf die Nahtstellen und erzeugte so kaum Druck auf die SCM-Deckung. Was Dormagen im Mannschaftsverbund nicht schaffte, regelte Damien Kabengele im Alleingang. Der Kongolese hatte mit jeder Ballberührung eine Idee, strahlte Präsenz und Torgefahr aus – und er hatte Auge für die Umgebung. Der junge Steffen Coßbau auf dem linken Flügel profitierte von den Ablagen des Rückraumspielers wie auch Rojewski auf der anderen Seite.
Das der SCM nach dem Blitzstart eine kurze Phase der Erholung einlegte und Dormagen herankam, war letztlich nicht mehr als eine Randnotiz. Michiel Lochtenbergh auf dem linken Seite der Gäste hatte sein Privatduell mit Silvio Heinevetter, der Linksaußen war gefährlichster Werfer seines Teams. Als Bennet Wiegert nach einem Gerangel mit Tobis Plaz zwei Minuten runter musste, drehte Magdeburg wieder auf, drei Tore ohne Gegentreffer – Dormagen war beim 9:4 wieder distanziert. Auch die Umstellung der Gäste auf eine 4:2 Deckung, versetzt auf Kabengele und Mittelmann Stian Tönnesen, verpuffte. Der SCM war vorbereitet und knackte mit langen Diagonalpässen oder dem Spiel über Theuerkauf am Kreis diese Aufgabe.
Wuchtige Distanzwürfe von Alexandros Vasilakis, viel Dynamik bei Kabengele, der sich gegen zwei siebenmeterreif durchsetzte und ein sicherer Coßbau, der das 16:9 markierte, Magdeburg hatte alles im Griff. Kay Wandschneider brachte dann den siebten Feldspieler, viel anzufangen wusste Dormagen mit dieser Konstellation allerdings nicht, Nils Meyer verschwand so schnell wieder auf der Bank, wie er gekommen war. Im Tor hatte derweil Matthias Reckzeh den Platz von Joachim Kurth eingenommen, viel zu halten hatten aber beide Keeper nicht. Zu einfach ließ sich Dormagen düpieren, eine einfache Kreuzung reichte, um freie Bahn für Wiegert zu schaffen, der deutliche Abstand zur Pause war angemessen.
Im zweiten Durchgang ließ der SCM etwas die Klasse der ersten dreißig Minuten vermissen, Gelegenheit für die Gäste, sich etwas heranzuarbeiten. Die Magdeburger warfen nun zu früh und wollten nicht mehr den letzten Schritt machen. Aufreger gab es auch, so traf Florian Wisotzki aus der Deckung über den herausgeeilten Heinevetter. Der Nationalkeeper revanchierte sich einige Zeit später. Mit Nils Meyer als siebtem Feldspieler auf dem Parkett ließ Szabolcz Laurencz einen Lustwurf los, Heinevetter traf den leeren Kasten der Dormagener. Dass in der Überzahl sieben gegen sechs solche Aussetzer passierten, war symptomatisch für das Spiel der Rheinländer. Sobald der TSV die Disziplin und die Geduld verlor, waren die Bälle sichere Beute der Magdeburger.
Der erste Treffer von Sebastian Linder zum 24:20 war ein kurzer Glücksmoment der Gäste, als Magdeburg das Tempo wieder erhöhte, waren Kabengele und Vasilakis einmal mehr nicht zu halten. SCM-Coach Michael Biegler hatte mittlerweile WM-Bronzemedaillengewinner Bartosz Jurecki auch im Angriff aufs Parkett geschickt, Christoph Steinert ersetzte Rojewski, Steffen Coßbau spielte durch. Aber die Rochaden schadeten nicht, zu stark zeigten sich die beiden Rückraumschützen der Magdeburger. Cleverer waren die Männer von Biegler auch. Als Wiegert nach der dritten Zeitstrafe runter musste, wollte Vasilakis numerisch gleichziehen und schaffte das auch – Kjell Landsberg erwies sich als dankbarer Annehmer einer Einladung zum Gesichtstreffer beim Griechen.
Letzten Endes kam Dormagen um eine deutlichere Pleite herum, es wartet allerdings weiterhin viel Arbeit auf das Wandschneider-Team. Weder in der Deckung wie im Angriff wirkte es souverän, was der Aufsteiger zeigte. Taktische Finessen gab es ebenfalls nicht zu sehen und wenn Wandschneider einmal etwas riskierte, fanden die Magdeburger schneller Antworten als seine Jungs Lösungen. Magdeburg hat vor dem Kracher Gegner Kiel einen schönen Aufgalopp gehabt und kann optimistisch in die Zukunft sehen.
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| Scorers: Vasilakis (10), Kabengele (9), Coßbau (4), Rojewski (3), Theuerkauf (3), Heinevetter (1), Wiegert (1) - Lochtenbergh (12), Wisotzki (6), Schindler (3), Laurencz (1), Chantziaras (1), Linder (1) |
7m: 4/4 - 5/5 2-Minute Penalties: 4/4 Disqualifications: Wiegert (51.) |
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