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02/13/2009 - Ronald Maier - handball-world.com |
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Dormagen verpflichtet Füchse-Torhüter Jens Vortmann |
Torhüter Jens Vortmann wird die Füchse Berlin verlassen und in der kommenden Spielzeit zwischen den Pfosten des TSV Dormagen stehen, dies gaben die Füchse in einer heutigen Presseaussendung bekannt. Vortmann war 2005 zu den Füchsen gekommen und sollte dort langfristig aufgebaut werden. Der gebürtige Berliner, der 2006 Junioren-Europameister wurde, erhielt einen Zweijahresvertrag in Dormagen. Berlin plant in der kommenden Saison mit dem Gespann Stochl und Heinevetter, der aus Magdeburg zu den Hauptstädtern wechselt.
"Für Jens ist das eine gute Perspektive. Es ist der richtige Schritt für ihn, sich in einem solchen Verein weiter zu entwickeln. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft, die Tür in Berlin steht ihm immer offen", äußert sich Geschäftsführer Bob Hanning zu dem Wechsel. "Ich hatte in Berlin eine tolle Zeit und habe mich gut entwickelt. Im Moment ist es sehr wichtig für mich viel Spielpraxis zu sammeln und mehr Verantwortung zu tragen", freut sich Torhüter Jens Vortmann über seine neue Aufgabe. Beim TSV Dormagen wird er mit Vitali Feshchanka ein Gespann bilden. Der 38-jährige Joachim Kurth wird dann nur noch in Fällen der Personalnot als "Stand-by-Torwart" zur Verfügung stehen.
Torwartlegende Andreas Thiel, in seiner aktiven Zeit auch Schlussmann der Dormagener, gratulierte Dormagen und Vortmann: "Das ist eine weise Entscheidung vom TSV als auch von Jens Vortmann. Er ist ein junger deutscher Torwart mit einer großen Perspektive. In Dormagen hat er die Chance sich zu präsentieren, was für ihn in diesem Maße zuletzt nicht möglich war. So hat er auch die Chance, an das Tor zur Nationalmannschaft zu klopfen." Thiel kennt Vortmann aus dem Training mit dem Junioren-Nationalteam: "Ich war von seiner Einstellung sehr beeindruckt."
Begonnen hatte die Karriere von Jens Vortmann bei BFC Preußen, an sein genaues Alter kann er sich gar nicht mehr erinnern. "Meine Kindergärtnerin hat mich angesprochen, ob ich nicht mal zum Training kommen möchte", erinnert sich Vortmann im Gespräch mit handball-world.com nur noch daran, wie er den Weg zum BFC gefunden hat. Ein Freund hatte bereits beim BFC das Handballspielen begonnen und auch Jens Position stand schnell fest: "Es hat sich herauskristallisiert, dass ich den Platz zwischen den Pfosten wähle." Gute zehn Jahre war Jens Vortmann dann beim BFC Preußen aktiv und durchlief die verschiedenen Jugendklassen bis zur A-Jugend. In seinem ersten A-Jugend-Jahr spielte er in der NOHV-Regionalliga und schaffte es mit dem BFC bis in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft, bei der am Ende ein hervorragender dritter Platz gelang.
Der Neuanfang bei den Füchsen Berlin im Sommer 2005 bedeutete dann für den gerade 18-jährigen die Chance für den Schritt in die Bundesliga. Mit Carsten Ohle hatten die Füchse damals nur einen Torhüter im Zweitligakader und Geschäftsführer Bob Hanning war auf der Suche nach einem zweiten Keeper. Er wurde dann auf Jens Vortmann aufmerksam gemacht und konnte dem jungen Torhüter den Schritt in die Bundesliga ermöglichen. Am Saisonende werden es dann vier Spielzeiten sein.
Der Wechsel zu den Füchsen ermöglichte Jens Vortmann dann auch den Sprung in die Junioren-Nationalmannschaft. Bei der Sichtung der Auswahlteams musste er noch mit Fieber passen, später beim Länderpokal kamen die Berliner nicht in die Endrunde und damit nicht in den engeren Fokus der DHB-Vertreter. So verpasste Vortmann zwar die Nominiert in die Jugend-Nationalmannschaft, 2005 wies Bob Hanning dann aber Junioren-Nationaltrainer Martin Heuberger auf den talentierten Nachwuchstorhüter hin - und Vortmann war dann auch gleich im Herbst 2005 beim ersten Lehrgang der neuformierten Junioren-Nationalmannschaft dabei.
Mit der Nationalmannschaft gelangen dem jungen Berliner zwei überaus erfolgreiche Jahre. Zum Abschluss des ersten Jahres gewannen die Junioren im österreichischen Innsbruck den Europameistertitel. Ein Jahr später im Sommer 2007 scheiterten sie dann nur knapp an einem weiteren Titelgewinn. Bei der Weltmeisterschaft in Mazedonien verloren sie das Finale unglücklich und verzeichneten als Vize-Weltmeister dennoch einen großartigen Erfolg. Jens Vortmann gehörte dabei zu den besten Torhütern des Turniers.
Gleichzeitig stellte er seine Leistung aber auch bei den Füchsen unter Beweis. Zunächst im Gespann mit Carsten Ohle, später dann mit Petr Stochl entwickelte er sich weiter und sammelte Spielpraxis im Erwachsenenbereich. Neben der zweiten und später ersten Liga half er in der vergangenen Saison auch in der Zweiten Liga beim LHC Cottbus aus. "Im ersten Jahr haben wir es gerade so geschafft nicht abzusteigen. Damals hatte keiner an uns geglaubt", erinnert sich Jens Vortmann an seine Anfänge bei den Füchsen. "Dann wurde die Mannschaft gut verstärkt. Hier und da gab es noch ein paar kleine Probleme, am Ende sind wir aber souverän aufgestiegen."
Mit 20 Jahren war Jens Vortmann damit in der ersten Liga angekommen und sah sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. "Nach der Hinrunde hatten wir nicht geglaubt, dass wir so früh den Klassenerhalt klar machen. Aber am Ende haben wir einen hervorragenden 12. Platz geschafft." Sobald er zwischen den Pfosten steht zeigt er auch in der ersten Liga eine solide Leistung und arbeitet weiter an sich. "Ich hätte natürlich gern mehr gespielt. Es ist schade, wenn man so viel auf der Bank sitzt", wünscht er sich mehr Spielanteile, macht aber das Beste aus der gegenwärtigen Situation: "Es ist aber umso schöner, dass man seiner Mannschaft helfen kann, wenn man spielen darf und dann auch noch die Leistung stimmt." Das konnte er im Füchse-Trikot mehrfach unter Beweis stellen, dass auf ihn Verlass war und ist.
Mit der Verpflichtung von Silvio Heinevetter zur kommenden Spielzeit stand für Jens Vortmann allerdings auch der Abschied aus Berlin fest. "Ich wollte mehr spielen und mit dem Gespann Stochl/Heinevetter stehen meine Chancen nicht all zu gut", sieht er seine Möglichkeiten realistisch. "Ich bin erst 21 und habe noch einiges vor mir. Deshalb will ich zu einem Verein wechseln, bei dem ich mehr spielen kann." Am heutigen Freitag wurde nun offiziell bekannt gegeben, dass Jens Vortmann zur neuen Saison zum TSV Dormagen wechseln wird. "Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Ich möchte in Dormagen Spielpraxis sammeln, Verantwortung übernehmen und mich weiterentwickeln", blickt Vortmann auf die neue Aufgabe.
Der beschlossene Abschied fällt dem Berliner unterdessen nicht gerade leicht. "Auf der einen Seite will ich mal etwas anderes sehen, freue mich auf eine andere Umgebung", ist der bevorstehende Wechsel für ihn reizvoll und spannend, ein echter Berliner wird er dennoch bleiben: "Auf der anderen Seite ist Berlin natürlich meine Stadt. Das ist dann schon ein kleiner Wermutstropfen diese Stadt verlassen zu müssen. Auch wenn ich mich auf etwas Neues freue." Ein neues Studium wird ihn dann auch erwarten, denn Luft- und Raumfahrttechnik kann er nur an sehr wenigen Hochschulen fortsetzen. Aber hier zeigt sich Vortmann flexibel: Er will in Richtung Wirtschaftsingenieur wechseln.
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