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11/25/2009 - Felix Buß - handball-world.com |
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Flensburg bringt Löwen nach 17 Pflichtspielen erste Niederlage bei |
Nach den Leistungen der vergangenen Wochen starteten die Rhein-Neckar Löwen mit breiter Brust, Flensburg schien hingegen gehemmt. Auch den Ausfall Michael Knudsens nach einer Blessur am Oberschenkel konnten die Gäste kompensieren (10.) . Nach dem 9:5-Rückstand (14.) übernahm Flensburg mit einem konzentrierten Auftritt nach dem 13:13-Ausgleich (27.) die Spielführung, lag zur Pause mit 15:13 vorn und ließ sich auch von taktischen Wechseln der Löwen, sowie den Disqualifikationen von Heinl (41.) und Mogensen (52.) - Knudsen musste notgedrungen zurück aufs Feld - nicht von der Siegerstraße abbringen. Oscar Carlén war mit sieben Treffern am 30:26-Auswärtssieg beteiligt, für die Löwen traf Bjarte Myrhol (5) am häufigsten.
Technische Fehler der Schleswiger konnten die Gastgeber anfangs durch Bielecki zur 3:1-Führung nutzen und profitierten dabei auch von Henning Fritz´ Paraden. Das Zusammenspiel zwischen Snorri Gudjonsson und Bjarte Myrhol funktionierte blendend, die SG fand kein Gegenmittel. Auf 5:2 erhöhte der norwegische Kreisläufer nach sieben Minuten. Die zu diesem Zeitpunkt überlegende Abwehr drängte die Gäste immer wieder in schlechte Wurfpositionen und immer wieder gab es daraus resultierend Konterchancen. Zudem musste SG-Kreisläufer Michael Knudsen mit einer Oberschenkelverletzung nach zehn Minuten passen, die Partie schien nach den Erwartungen der Hausherren zu laufen.
Jacob Heinl musste unterdessen für Knudsen auch im Angriff ran und der 23-Jährige traf sofort zum 5:7 (12.) aus Sicht der Gäste. Allerdings waren die Löwen weiter am Drücker, Stefansson mit einem Strafwurf und Bielecki gegen eine zu passive Abwehr sorgten für das 9:5 (14.) und wieder rollte der Konter auf das Tor von Dan Beutler. Doch diesmal war Flensburg schneller, Gudjon Valur Sigurdsson versuchte die SG-Abwehr vergebens zu durchbrechen. "Wir hatten Ballbesitz und die Chance zum 10:5. In der Folge haben wir jedoch nicht konsequent genug agiert. Wir hatten große Probleme im Angriff und haben zu viele einfache Tore kassiert", analysierte Ola Lindgren nach der Partie diese Szene. Darüber hinaus hatte Flensburg umgestellt und agierte nun offensiver. Vor allem die Räume von Karol Bielecki, dem in der Defensive einige Fehler unterliefen, waren nun erheblich eingeschränkt und der polnische Nationalspieler in der Offensive immer wieder erfolgreich gestört.
Das zahlte sich aus, Christiansen bekam den Ball zum Gegenstoß aufgelegt und Mogensen tat es ihm beim 9:7 (16.) nach. Die Kräfteverhältnisse wankten, in Überzahl traf lediglich Myrhol für die Badener, danach waren es jedoch der gut aufgelegte Carlen und erneut Christiansen, die den 10:9-Anschluss herstellten. Mit sicherem und konzentriertem Abwehrspiel hatte sich bei der SG das nötige Selbstbewusstsein in der Offensive eingestellt, die Vorlage für Oscar Carlens vierten Treffer zum 10:10-Ausgleich (21.). Auch eine prompt eingelegte Auszeit tat dem Flensburger Lauf keinen Abbruch, Stefansson, Müller und Klimovets legten zwar unter der Regie von Nikola Manojlovic erneut vor, aber in Überzahl wendeten Lars Christiansen aus sieben Metern und Mogensen mit einem schnellen Treffer zum 13:14 (27.) das Blatt. Carlen erhöhte kurz vor dem Pausenpfiff auf 13:15. Henning Fritz mussten die Löwen danken, der Heinl den letzten Wurf abspenstig machte.
Zu Beginn der zweiten Spielhälfte zeigten die Löwen wieder ihre Zähne, rückten früh heraus und sorgten trotz Unterzahl nach 36 Minuten für den 16:17-Anschlusstreffer durch Gudjon Valur Sigurdsson. Auch Henning Fritz konnte an seine gute Phase in der ersten Hälfte zunächst anknüpfen und vermasselte Lars Christiansen beim Strafwurf das 17:19 (38.). Doch Bieleckis Verlegenheitswurf war keine echte Ausgleichschance und Carlen ließ sich im Gegenzug nicht lange bitten. Fahlgren verwandelte ebenfalls mutig und erfolgreich und schon war Flensburg wieder am Ball: Hansen konterte zum 18:22 (44.). Die Disqualifikation Jacob Heinls, eine - vor allem aus Sicht der Flensburger Bank - strittige Entscheidung der Schiedsrichter, schien sich nicht gegen die SG auszuwirken, die nun wieder den angeschlagenen Michael Knudsen aufbieten musste.
Voller Einsatz: Thomas Mogensen tankt sich durch
Foto:
Jürgen Pfliegensdörfer
Zwar rückten die Löwen nach einer Auszeit erneut auf zwei Tore heran, technische Fehler durchkreuzten allerdings alle Pläne weiter aufzuschließen. Die Gäste schlugen aus den Schwächen der seit siebzehn Pflichtspielen ungeschlagenen und nun angeschlagen wirkenden Löwen in diesen etwas chaotischen Minuten keinen Profit. In Unterzahl sorgte allerdings dann ausgerechnet der angeschlagene Knudsen mit dem 24:20 (51.) aus SG-Sicht für etwas Entwarnung. Eggerts Strafwurf zum 25:21 ließ den Badenern weiter die Zeit zwischen den Fingern verrinnen, denn auch den Doppelschlag von Karol Bielecki zum 25:23 und die offensive Deckung gegen Carlen und Petersson konterte Flensburg mit einer auswärts in dieser Saison bisher unbekannten Lässigkeit.
Knudsen und Hansen konservierten den Vorsprung bis zum 28:24 (57.), ehe Carlen mit seinem siebenten Torerfolg das 29:24 anfügte. In der Arena konnte man zu diesem Zeitpunkt eine Stecknadel fallen hören. Die Emotionen kochten erst in der Schlussminute hoch, als Müller Knudsen attackierte und Oscar Carlen sich einmischte. Alle drei wurden für ihre Unbeherrschtheit disqualifiziert, ein Wermutstropfen auf die bis dahin sportlich faire Partie, die im Übrigen Myrhols 30:26-Schlusstreffer bereits gesehen hatte. Während bei den Rhein-Neckar Löwen eine glorreiche Serie mit 16 Spielen ohne Niederlage in Folge reißt, sorgt die gezeigte Leistung bei Flensburg für einen Lichtblick.
Stimmen zum Spiel
Ola Lindgren, Trainer Rhein-Neckar Löwen
Das ist schwer zu erklären, wir sind glaub ich alle enttäuscht. Wir haben sehr gut angefangen, aber dann kam ein Bruch ins Spiel. Es kann sein, dass wir etwas müde sind. Aber wir hätten es trotzdem schaffen müssen, das Spiel zu gewinnen. Wir führen mit 9:5, sind in Ballbesitz und bekommen zwei Tore. Wir haben da nicht konsequent agiert und dann große Probleme bekommen. Wir haben auch viele einfache Tore bekommen. Wenn man so ein Spiel gewinnen will, muss man in der Abwehr besser agieren und braucht auch eine bessere Chancenauswertung. Noch haben wir aber alle Möglichkeiten, wir geben nicht auf, aber die beiden Punkte gegen Lemgo haben wir natürlich heute wieder verloren. Aber wir sind nicht aus dem Rennen und arbeiten weiter.
Per Carlen:
Ich freue mich für die Mannschaft. Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, die auf Geduld und Vertrauen fürunser junges Team basiert.
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| Scorers: Stefansson (6), Myrhol (5), Bielecki (3), Groetzki (3), Sigurdsson (3), Gudjonsson (3), Klimowets (1), Harbok (1), Manojlovic (1) - Carlén (7), Christiansen (4), Mogensen (4), Heinl (4), Knudsen (3), Hansen (3), Eggert (2), Fahlgren (2), Petersson (1) |
7m: 3/3 - 3/4 2-Minute Penalties: 4/7 Disqualifications: Müller (60.), Carlén (60.), Mogensen (52.), Heinl (41.), Knudsen (60.) |
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