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Season 2010-2011 | 12/01/2009, 19:30
LogoGermany - BelarusLogo
28:20 (14:10)
Sporthalle Berg Fidel Münster (Spectators: 3200)
12/01/2009 - Christian Ciemalla - handball-world.com
Halbes DHB-Team mit ungefährdetem 28:20 gegen Weißrussland

Benjamin Herth feierte ein gutes Debut
Photo: Michael Heuberger
Die deutsche Nationalmannschaft geht mit Rückenwind in die heiße Phase der EM-Vorbereitung. Trotz Personalproblemen und der Zweiteilung des Teams stellte die Mannschaft von Trainer Heiner Brand beim 28:20 (14:10) gegen Weißrussland gute Frühform unter Beweis. Beim zweitletzten Casting der EM-Kandidaten vor der Benennung des vorläufigen Turnier-Kaders Mitte Dezember sorgte Lars Kaufmann (Göppingen/5) für die meisten Treffer. Vor 3200 Zuschauern in der ausverkauften Halle Berg Fidel in Münster empfohlen sich dabei auch die Debütanten Benjamin Herth und Patrick Wiencek. Im zweiten Test gegen den selben Gegner - 24 Stunden später in Hamm - will Brand den zweiten Teil des 27er-Kaders, mit dem er den Lehrgang bestreitet, einsetzen.

Lars Kaufmann war mit fünf Treffern bester deutscher Werfer
Photo: Michael Heuberger
Heiner Brand hatte die Partien gegen Weißrussland zu letzten Experimenten vor der heißen Phase der EM-Vorbereitung erklärt und einen 30er-Kader berufen, jeweils die Hälfte sollte in jeder der beiden Spiele zum Einsatz kommen. Da mit Sven-Sören Christophersen, Steffen Fäth und Christian Sprenger drei Spieler kurzfristig absagen mussten, war Brand, der auch auch einige langzeitverletzte wie Michael Kraus und Sebastian Preiß oder den pausierenden Pascal Hens zu ersetzen hatte, diesen Plan relativieren. Zunächst hatte das deutsche Team einige Startschwierigkeiten, die Deckung agierte zu passiv und in der Offensive unterliefen dem Weltmeister von 2007 zu viele Fehler. Die Weißrussen legten vor 3.200 Zuschauern in der Halle "Berg Fidel" in Münster so zunächst vor.

Die deutsche Deckung fing sich aber mit zunehmender Spieldauer, in der Offensive lief der Ball nun flüssiger - allerdings noch nicht fehlerfrei. In der Deckung agierte der Gastgeber in der Folge aber weiterhin zu passiv, vor allem die Rückraumschützen der Weißrussen konnten dies nutzen. Iouri Chevtsov war mit einem fast komplett neuen Team angereist, gleich acht Spieler feierten ihr Debüt in der Nationalmannschaft, die so nur noch wenige aus der EM-Qualifikation bekannte Gesichter aufzeigte. In der Qualifikation hatte Deutschland im Juni mit 38:27 gegen Weißrussland gewonnen, das Hinspiel war knapp mit 25:23 an das deutsche Team gegangen. Weißrussland verpasste am Ende hinter Deutschland und Slowenien als Dritter die EM-Teilnahme, 2008 hatte Weißrussland die EM-Endrunde erreicht, dort hatte das Team gegen das DHB-Team mit 26:34 verloren.

Vor allem Lars Kaufmann sorgte nun für einige Treffer aus dem Rückraum, auch für den Ausgleich zum 4:4, diesen im Gegenstoß. Bei den Weißrussen kassierte Shilowets bereits seine zweite Zeitstrafe, nach einem Foul in den Anfangsminuten an Kaufmann hatte er nun Strobel unsanft gestoppt. Jansen nutzte den folgenden Strafwurf zur ersten deutschen Führung in der elften Spielminute. Schröder baute diese mit einem sehenswerten Heber sogar auf zwei Tore aus, doch zunächst hielten die Weißrussen den Anschluß. Beim 8:7 reichte es Heiner Brand, er nahm seine Auszeit und mahnte insbesondere mehr Aggressivität in der Deckung an. Ein Doppelschlag sorgte danach für ein schnelles 10:7 - Klein hatte aus dem Rückraum getroffen und Strobel seine Dynamik unter Beweis gestellt. Weiter davon kam das deutsche Team aber nicht, obwohl Benjamin Herth bei seinem Debut auf der Rückraum Mitte sofort sehenswert mit einem Hüftwurf einnetzte.

Mit einem 14:10 kamen die Teams aus den Kabinen, bei Deutschland war nun mit Patrick Wiencek auch der zweite Debütant auf dem Parkett. Der Zweitligaspieler von TuSEM Essen, der mit den Junioren den WM-Titel errungen hatte, zeigte am Kreis gleich mehrfach vollen Einsatz. Dennoch das deutsche Team benötigte, wie im ersten Abschnitt einige Minuten, um zu ihrem Spiel zu finden. Beim 15:14 war den Gästen sogar der erneute Anschluß gelungen, doch Deutschland antwortete durch Wiencek, der wie Herth seinen ersten Treffer im Nationaltrikot bejubeln konnte. Weißrussland verkürzte auf der Gegenseite noch einmal, aber dann spielte das deutsche Team seine Klasse aus. In den folgenden zehn Minuten sollte den Gästen gegen die nun verbesserte deutsche Deckung und den teils glänzenden Johannes Bitter nur noch ein Treffer gelingen.

Dank der guten Deckungsleistung wuchs die Führung in der Folge kontinuierlich an, auch wenn einige gute Einwurfmöglichkeiten ausgelassen wurde. In dieser Phase lief der Ball allerdings druckvoll durch die deutschen Reihen, die Weißrussen konnten dem deutschen Tempo nicht immer folgen. Kaufmann und auch Glandorf trafen nun nicht nur selbst, sondern bedienten auch ihre Mitspieler. Kaufmann bereitete beispielsweise das 20:15 von Schröder glänzend vor, Schröder legte wenig später mit einem sehenswerten Heber auch das 22:16 nach. Der Einsatz des deutschen Teams stimmte unterdessen, insbesondere in der Deckung. Als Kneer auf 24:16 erhöhte, sah sich Chetvsov dazu gezwungen, seine Auszeit zu nehmen. Es ändere wenig am Spiel, da das deutsche Team in den letzten Minuten allerdings nicht mehr mit der letzten Konsequenz agierte siegte das deutsche Team am Ende mit 28:20. Den Schlußpunkt setzte damit mit Herth ein Debütant: Zwei Schützen waren zuvor von der Siebenmeterlinie gescheitert, der Balinger verwandelte hingegen sicher.

"Es war ein verdienter Erfolg der deutschen Mannschaft, der am Ende vielleicht etwas zu hoch ausfiel", analysierte Iouri Chevtsov gegenüber dhb.de. "Wir haben sehr gut begonnen, aber dann sind die Fehler meiner jungen Mannschaft durch die deutschen Spieler hart bestraft worden." Sein Trainerkollege Heiner Brand meinte: "Es war eine sehr wichtige Station auf dem Weg zur Europameisterschaft. Die Mannschaft hat gespürt, dass sie für den Sieg hart arbeiten muss. Diese Aufgabe hat sie angenommen und ist so zu einem klaren Erfolg gekommen."

Deutschland - Weißrussland 28:20 (14:10)

Deutschland:
Lichtlein, Johannes Bitter
Kneer 2, Herth 2/1, Schröder 4, Glandorf 4, Rojewski 1, Strobel 2, Jansen 3/2, Klein 1, Theuerkauf 3, Wiencek 1, Roggisch, Groetzki, Kaufmann 5

Weißrussland:
Mazkewich, Kraynow
Uschal, Pukhouiski 2, Kamyschik 1, Gromyko 1, Kishou, Kraynow, Schylowitsch 2, Zitou, Barsenkou 4, Siamionou, Rutenka, Baranau 2, Schumak 2, Kaliaschniou 3, Laduzka, Waknowisch 1, Brouka 2/2

Zuschauer: 3.200 (ausverkauft, Berg Fidel, Münster)
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen)
Strafminuten: 6 / 6



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