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Season 2010-2011 | Quarter-Final | 02/07/2010, 16:10
LogoVfL Gummersbach - THW KielLogo
35:28 (21:12)
Eugen-Haas-Sporthalle Gummersbach
Referee: Bernd Methe, Reiner Methe
02/07/2010 - Matthias Kornes - handball-world.com
Gummersbach überrascht: Kiel erstmals seit 2003 nicht beim Final Four

"Goran Stojanovic war überragend, aber auch die ganze Mannschaft des VfL war bärenstark. Die Jungs haben gekämpf, als ginge es um ihr Leben", lobte auch THW-Coach Alfred Gislason.
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Photo: Eibner Pressefoto
Es herrscht Karneval im Bergischen Land: Mit einer überragenden Leistung entzauberten die Gummersbacher den THW Kiel und zogen nach einem hochverdienten 35:28 (21:12) ins Final Four ein. Der THW Kiel wurde von einer aggressiven Deckung mit einem überragenden Goran Stojanovic ausgebremst - während beim THW nichts passte, lief bei den Gummersbachern alles. Schon nach dem 3:0-Blitzstart witterte das Publikum nach neunzig Sekunden die Sensation, im weiteren Spielverlauf ließ der VfL nie nach und feierte am Ende eine Sieg, der auch in der Höhe völlig in Ordnung ging. „Das Final Four ist das größte Handball-Turnier auf Club-Ebene. Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir da wieder dabei sein dürfen“, jubelte Viktor Szilagyi. Durch das Aus ist die Kieler Serie von 1401 Tagen ohne Pokal-Niederlage gerissen, erstmals seit sieben Jahren findet das Endturnier ohne den THW statt.

Das erste Spiel nach einer Europameisterschaft ist immer ein besonderes. Während allerdings die EM-Fahrer Jicha, Omeyer, Andersson, Palmarsson oder Ilic beim Gast aus Kiel nichts auf die Reihe brachten, rotierten Gunnarsson, Szilagyi, Zrnic und Vukovic gleich auf Hochtouren. Dass am Ende der Underdog aus Gummersbach über die Zebras triumphieren konnte, das lag an vielen Gründen. Der wohl gewichtigste stand im Tor: Während Goran Stojanovic reihenweise allerschwerste Bälle halten konnte und sich in einen Rausch steigerte, bekam Thierry Omeyer hinter einer allerdings miserabel arbeitenden THW-Abwehr keine Hand an den Ball. Gummersbach hingegen ackerte mit einer unglaublichen Intensität in der Defensive, übte massiven Druck auf die Werfer des THW aus und hatte im Angriff mit allen Mann ein goldenes Händchen. Die zweiten Bälle gingen – fast – alle zum VfL, die Würfe hatten Qualität und saßen, Viktor Szilagyi führte exzellent Regie - es passte alles beim VfL.

So dauerte es gerade einmal 90 Sekunden, ehe der VfL mit 3:0 in Front lag - Kiel fand nicht statt, Gummersbach zeigte Mumm und Klasse: Pfahl, Vukovic und Szilagyi sowie der wie aufgedreht ackernde Gunarsson waren nie zu stellen. Die THW-Abwehr war langsam, unorganisiert, im weiteren Spielverlauf sollte Alfred Gislason verzweifelt nach einer Formation suchen, die irgendwie funktionierte, es gelang nicht. Weder in der 6:0 mit wechselnden Innenblöcken, noch in einer 5+1 Deckung auf Mittelmann Szilagyi fand der THW einen Zugang zum Spiel. Ganz anders die Gastgeber, bei denen Adrian Pfahl die ersten Ausrufezeichen setzte. Auch das zwischenzeitliche 4:3 nach einem der wenigen Angriffsfehler der Oberbergischen erschütterte das Hasanefendic-Team nicht, Zrnic im Doppelschlag stellte wieder auf 8:4.

Parade Stojanovic, schneller Schlagwurf Szilagyi – es stand 9:4, Vukovic und Gunnarsson aus der zweiten Welle erhöhten weiter auf 11:5. Nach zwölf Minuten legte Gislason die Grüne Karte, aber er hätte wohl sein gesamtes Team wechseln können, ja müssen, um eine Wende zu schaffen. Mit Jicha auf der Mitte kam der THW im Angriff nicht in Bewegung, immer wieder schaffte der VfL das Foul, die Werfer kamen nicht in Position, es fehlte spielerische Linie und Struktur. Ohne eine Deckung gab es zudem auch keine Ballgewinne, dem THW gingen früh die Mittel aus. Da passte es ins Bild, dass Drago Vukovic in Unterzahl ohne auch nur den Ansatz eines Abwehrblocks zum 14:7 treffen konnte, der VfL spielte da gerade unter Passivwarnung, aber es klappte eben alles.

Mit Aron Palmarsson kam kurzzeitig etwas mehr Linie ins Angriffsspiel der Zebras, aber Gummersbach spielte jetzt unter Adrenalin und wurde von der tollen Kulisse weiter getrieben. Gutes Auge Gunnarsson, der legte ab zu Vukovic, aber Omeyer konnte halten, nur: Der Abpraller landete natürlich bei Adrian Wagner, der gefoult wurde – Zrnic traf auch diesen Strafwurf sicher und erhöhte auf 19:12. Parade Stojanovic gegen Ilic, schneller Wurf von Gunnarsson, Lund auf Andersson war der nächste Fehlpass der Kieler, dann holte Palmarsson gegen Krantz zwei Minuten. Aber es wiederholte sich: Andersson traf nur die Latte, Wagner fegte die linke Bahn hinunter und feuerte den Ball mit dem Pausenpfiff zum 21:12 ins Tor. Die Halle stand ob der begeisternden und beeindruckenden Leistung der Hausherren.

Angesichts der beiden Mannschaftskader war es aber durchaus fraglich, ob der VfL - bei dem Vukovic, Gunnarsson sowie die Außen durchspielten und auch Pfahl und Szilagyi kaum Pausen hatten - diese Qualität würden halten können. Sie konnten, und wie. Der THW eröffnete Halbzeit zwei mit einem Fehlpass (Andersson) und einem Siebenmeter neben das Tor (Jicha), der VfL mit einem Eins-gegen-Eins von Vukovic, der Marcus Ahlm auf die Strafbank schickte. Ilic scheiterte völlig frei an Stojanovic, während Vedran Zrnic Innenpfosten Tor zum 22:12 feierte. Der VfL Gummersbach führte gegen den letztjährigen Double-Sieger mit zehn Toren. Das Spiel wurde kurzzeitig ruppiger, als der THW versuchte, die Intensität zu erhöhen, aber den schwarz-weißen gelang es nicht, die eigenen Aussetzer zu minimieren. Zu viele Leistungsträger standen neben sich, zu viele Faktoren spielten gegen den THW, zu viel sprach für den VfL, der weiter mit beeindruckender Präzision sein Ding durchzog.

Als Ahlm auf 27:20 verkürzen konnte, gab es ein wenig Hoffnung für die Gäste, aber Gummersbach legte sofort wieder zu. Einfaches Tor Pfahl nach einer Kreuzung, der nächste Abpraller zu Zrnic – es stand 29:21. Beim THW steigerten sich nun Frust und Ärger über das eigene bescheidene Abschneiden: Jicha rannte Vukovic unnötig im Konter um, Christian Zeitz versuchte es mit Notwürfen aus dem Stand und als der eingewechselte Herdeiro Lucau den Siebenmeter von Lundström an die Latte guckte, da schwand die Hoffnung auch bei den optimistischsten unter den Kieler Fans. Da half es nichts mehr, dass Lund und Jicha vom Siebenmeterstrich beim 31:25 etwas verkürzen konnte, der VfL gab das Tempo vor und marschierte bis zur letzten Sekunde weiter.

Dass Zrnic erstmals im Strafwurf an Omeyer scheiterte, kein Thema, denn Stojanovic hielt zweimal gegen Zeitz und Jicha. Wagner netzte auf der Gegenseite zum nächsten Gummersbacher Treffer ein. Vukovic traf dann fast schon wie im Training zum 34:26, es war Aus mit dem Traum vom erneuten Final Four für den THW. Dass sich Kim Andersson dann im Frust noch nach einem Foul gegen Vukovic die rote Karte abholte, es zeigte, wie tief diese derbe Pleite den THW getroffen hatte. Am verdienten Sieg der Gummersbacher gab es allerdings nichts zu deuteln, es war eine herausragende Leistung der Blauen, die sich das Ticket nach Hamburg - gegen einen allerdings enttäuschenden THW - mit einem dominanten Auftritt redlich verdient hatten.



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Further news about Alfred Gislason:
04.07.2008: The new one: Alfred Gislason will be coaching THW Kiel
17.12.2007: Alfred Gislason stays with Gummersbach until 2010
10.11.2007: Gummersbach Takes Away a Draw in Veszprem
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12.12.2007: Set-Back for Kiel and Austria: Viktor Szilagyi has to rest because of broken nose
11.10.2007: Despite Personel Problems: Kiel does it Duty in Constanta
Further news about VfL Gummersbach:
22.07.2008: Stojanovic: Come-back after operation
14.05.2008: VfL-goalie Stojanovic suffers herniated disk
22.11.2007: Nandor Fazekas Breaks Finger
 
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