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28.07.2010 - Nils Weber/red |
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Nationalspieler Bitter und Jansen kündigen Spielerorganisation an |
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Nationalkeeper Johannes Bitter hat die Gründung einer deutschen Handball-Spielerorganisation angekündigt. "Es stimmt, dass wir die Planungen vorantreiben. Dies ist eine notwendige Konsequenz", sagte der Torwart des Bundesligisten HSV in einem Interview mit Nils Weber, das handball-world.com zur Verfügung gestellt wurde. "Fakt ist, dass der Körper das Kapital des Sportlers ist. Und zurzeit wird damit nicht sehr sorgsam umgegangen. Viele andere Sportarten und Länder haben bereits funktionierende Aktivenorganisationen", erklärte Bitter. Sein Vereinskollege, Torsten Jansen, betonte: "Was fehlt, ist eine Vertretung der Aktiven in den entscheidenden Gremien des DHB und der HBL sowie auch international, die die Interessen der Spieler wahrnimmt und schützt."
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Die Sommerpause ist vorbei, wie viele Tage Urlaub hatten Sie in der letzten Saison?
Torsten Jansen:
Erstmal muss man sagen, dass ich mich sehr auf die neue Saison freue, auch wenn der Rhythmus sehr anstrengend ist. Urlaub gibt es für die Nationalspieler
nur im Sommer. In diesem Jahr wurde die sechswöchige Sommerpause der Vereine durch Maßnahmen der deutschen Nationalmannschaft auf drei Wochen verkürzt.
Diese Maßnahmen habe ich aufgrund der zu hohen Belastung abgesagt. Drei Wochen reichen nicht aus um körperlich zu regenerieren, geschweige denn um
mental abschalten zu können. Außerdem kann sich kein Spieler erlauben ohne Training in die Saisonvorbereitung einzusteigen, effektiv bleiben dann gerade mal
zehn bis zwölf Tage trainingsfrei.
Johannes Bitter:
Während der Saison haben wir kaum einen freien Tag, sehr selten zwei freie Tage am Stück und nie ein freies Wochenende. Gerade durch den vollen internationalen Kalender ist die Situation im Handball extremer als in vielen anderen Sportarten.
Wo sehen Sie die größten Probleme?
Torsten Jansen:
Ein großes Problem ist die geistige Frische. Der Kopf steuert alles, und wenn ein paar Prozent Motivation und Konzentration fehlen, steigt die Verletzungsanfälligkeit erheblich. Manchmal muss man einfach die Notbremse ziehen und wie Jogi und ich in diesem Sommer die Nationalmannschaft hinten
anstellen. Durch die Überbelastung sinkt ja auch das Niveau auf dem Spielfeld – und darunter leiden letztlich auch die Zuschauer!
Die Vereine und Verbände wissen ja um das Problem...
Johannes Bitter:
Und wir wissen natürlich auch um die wirtschaftlichen und marketingtechnischen Zwänge der Vereine und Verbände, schließlich reden wir hier über professionellen Sport. Dennoch sind wir an einer Grenze angekommen, an der die Schraube wieder bewusst zurück gedreht werden muss, wohlwissend, dass eine
Lösung nur in Zusammenarbeit mit HBL, EHF und IHF gefunden werden kann! In den internationalen Verbänden werden die Rahmenterminpläne für die nächsten
Jahre gemacht, an die sich auch die HBL halten muss. Und die Spieler, die davon am ehesten betroffen sind, haben bis jetzt keinerlei Möglichkeit mitzureden oder Einfluss zu nehmen und werden somit zum Spielball der Funktionäre.
Warum tut sich so wenig, obwohl doch die deutschen Nationalspieler ebenso wie ausländische Bundesliga-Stars und andere wichtige Personen wie zum Beispiel
Heiner Brand immer wieder eine Entlastung der Athleten fordern?
Torsten Jansen:
Weil ein jeder für sich alleine an seiner Front kämpft. Jeder beschwert sich und fordert Veränderungen, hat aber nicht die Möglichkeit und die Macht, um
wirkliche Veränderungen zu bewirken. Was fehlt, ist eine Vertretung der Aktiven in den entscheidenden Gremien des DHB und der HBL sowie auch international, die die Interessen der Spieler wahrnimmt und schützt. Zurzeit sind wir Sportler doch das schwächste Glied in einer Kette und müssen funktionieren. Es ist höchste Zeit, dass wir selbst Verantwortung für das übernehmen, was mit uns passiert.
Stimmt es, dass Sie mit anderen Aktiven eine Interessenvertretung für Handballspielerinnen und Spieler in Deutschland gründen wollen?
Johannes Bitter:
Es stimmt, dass wir die Planungen vorantreiben. Dies ist eine notwendige Konsequenz. Fakt ist, dass der Körper das Kapital des Sportlers ist. Und zurzeit wird damit nicht sehr sorgsam umgegangen. Viele andere Sportarten und Länder haben bereits funktionierende Aktivenorganisationen und sind ein gutes Beispiel wie zum Beispiel die Fußballer und Basketballer in Deutschland, die Handballer in Dänemark, ja selbst innerhalb der NBA werden die Spieler von ihrer Organisation vertreten.
Gibt es überhaupt genügend Unterstützung für ein wirklich einflussreiches Organ?
Torsten Jansen:
Die Initiative zur Verhinderung eines Spieltages am 1./2. Januar 2011 in der HBL, der sich alle Bundesligaspieler angeschlossen haben, zeigt, dass der Wunsch nach einer Interessenvertretung groß ist! Wenn die Spieler so zusammenhalten wird in der stärksten Liga der Welt ein mächtiges Sprachrohr entstehen.
Welche Ziele verfolgt diese Spielervereinigung?
Johannes Bitter:
Das übergeordnete Ziel ist sicher, bei allen wichtigen Entscheidungen mit am Tisch zu sitzen und dort die Interessen der Aktiven zu wahren – national wie auch international in Verbindung mit den europäischen Partnerorganisationen. Es gilt aber weitere Aufgabenfelder zu besetzen wie zum Beispiel Hilfe bei medizinischen oder rechtlichen Problemen. International müssen einheitliche Regeln im Antidopingkampf erreicht werden, die den Aktiven nicht in seinen Persönlichkeitsrechten beschneiden. Auch Möglichkeiten zu beruflichen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sollen aufgezeigt werden.
Wann können wir mit der Gründung einer Spielervereinigung rechnen?
Johannes Bitter:
Wir arbeiten mit viel Leidenschaft und Herzblut an einem starken und operationsfähigen Organ, welches die Sportler in ihren Rechten und Pflichten berät,
unterstützt und zusammenführt. Die Pläne sind so weit gereift, dass es vielleicht schon vor Saisonbeginn Ende August Konkreteres zu berichten gibt. Eins ist klar: Eine Handballspielerorganisation als Fixpunkt für alle weiblichen und männlichen Lizenzspieler wird kommen!
Torsten Jansen:
Jeder aktive Lizenzspieler, jede Spielerin, mit dem bzw. der bisher gesprochen wurde, war hellauf begeistert. Es gibt eine breite Zustimmung und Unterstützung für die gemeinsame Idee, die sich schnell in Mitgliedschaften umsetzen muss, damit das Organ optimal handlungsfähig wird. Je mehr wir sind, desto stärker sind wir auch!
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Direktlink zu dieser News: http://www.handball-world.com/news-index.php?LID=1&GID=1&auswahl=26586 |
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1. BL 07.09.2010 19:00 Uhr Handball-Fieber
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1. BL 07.09.2010 19:10 Uhr VfL-TV Magazin
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