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11/04/2009 - mak
EHF verhängt harte Strafen gegen Prokop - Hypo-Manager will nicht aufhören

Gunnar Prokop auf einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch
Photo: www.HAGENpress.com
Die europäische Handball-Föderation EHF hat im Fall Gunnar Prokop ein Zeichen gesetzt und den Trainer von Hypo Niederösterreich für drei Jahre von allen internationalen Handballereignissen ausgeschlossen, darüber hinaus darf Prokop auf Lebenszeit keine Funktion innerhalb der EHF mehr ausüben. Prokop muss eine Geldstrafe von 45.000 Euro zahlen, der Verein weitere 30.000 Euro. Der Punkt aus dem 27:27 Unentschieden in der Champions League Partie gegen Metz wird den Österreicherinnen abgezogen, Metz erhält allerdings keinen zusätzlichen Punkt.

Beim Stand von 27:27 hatte Gunnar Prokop in der Champions League Partie von Hypo Niederösterreich gegen Metz das Spielfeld betreten und sich einer Spielerin des französischen Meisters in den Weg gestellt, um auf diese Weise eine drohende Niederlage zu vermeiden. Die Szene war und ist ein Aufreger in der Handballwelt, in Europa berichteten zahlreiche Medien über den Vorfall. Während Prokop unmittelbar nach der Szene lächelnd vom Parkett ging unds seine Aktion noch zu rechtfertigen versuchte, hatte der Macher des österreichischen Serienmeisters zwischenzeitlich gehörig zurückgerudert. (=> Lesen Sie mehr zum Thema hier). Die EHF hatte sofort angekündigt, den Vorfall schnell zu untersuchen und ein Urteil zu fällen.

Nun hat der Dachverband seine Entscheidung bekannt gegeben, ein Urteil, welches in dieser Form und mit seinen weitreichenden Konsequenzen ganz offensichtlich als Abschreckung für vergleichbare Vorfälle dienen soll. Ein „schwerwiegendes unsportliches Verhalten“ nannte die EHF das Verhalten von Prokop und sanktionierte den Trainer, Manager und Funktionär drastisch. „Aufgrund des schwerwiegenden unsportlichen Verhaltens, welches die fundamentalen Prinzipien des Fair Play, des Respekts und der Sportlichkeit, auf denen Handball basiert, verletzt, muss Gunnar Prokop eine Geldstrafe von 45.000 Euro zahlen“, verkündete die EHF am heutigen Mittwoch. Darüber hinaus wird Prokop, der im Rahmen der EHF mehrere Positionen in der Repräsentation seines Vereins sowie der gemeinsamen Plattform der Frauen-Klubs von Europa bekleidet hatte, für drei Jahre von „allen internationalen Handball-Ereignissen sowie EHF-Aktivitäten“ ausgeschlossen.

Auch seine Ämter in der EHF wird der Österreicher nicht weiter ausüben können: „Er wird von allen EHF-Funktionen auf Lebenszeit ausgeschlossen“, so die EHF in ihrem Urteil weiter. Zu den 45.000 Euro Strafe von Prokop kommen weitere 30.000 des Vereins, der darüber hinaus den Punkt aus dem Unentschieden gegen Metz abgezogen bekommt, der französische Vertreter bekommt diesen Punkt allerdings nicht zugesprochen. Im Hinblick auf den Verein Hypo Niederösterreich betont das EHF-Schiedsgericht "die Verantwortung der Vereine für das Verhalten von Offiziellen und Trainern". Gegen das Urteil kann innerhalb von 21 Tagen Einspruch eingelegt werden.

„Die Aktion von Gunnar Prokop hat nicht nur die Möglichkeit zum Torerfolg von Metz verringert, sondern auch die Spielerin von Metz gefährdet“, begründete die EHF ihren Entscheid. „Zudem hat Herr Prokop nach dem Spiel seine Absicht, das Spielergebnis zu beeinflussen, zugegeben. Diese Aktion fügt dem Image des Handballs und besonders der Champions League schweren Schaden zu. Die EHF will "zeigen, dass der Sinn der Aktion nicht erfolgreich war", wie Markus Glaser gegenüber der Wiener Zeitung betont. "Eine Sperre und eine Geldstrafe in dieser Höhe hat es bisher gegen einen Trainer noch nie gegeben", so Glaser weiter. Prokop, der bislang auch als Manager immer auf der Bank seines Teams gesessen hatte, darf bis zum Ende der Sperre nicht mehr als Offizieller im Spielbericht aufgeführt werden und muss die Spiele so in dieser Zeit von der Tribüne aus verfolgen.


Gunnar Prokop auf seiner Pressekonferenz am Mittwoch
Foto: www.HAGENpress.com


Kritik an Schiedsrichterleistung - „Skandale zählen mehr als Erfolge“

Im Vorfeld der Urteilsverkündigung hatte Gunnar Prokop eine Pressekonferenz gegeben. Dabei äußerte der Trainer und Manager Ärger über die aus seiner Sicht einseitige Berichterstattung in den internationalen Medien. "Mir ist schon vieles passiert, das an die Grenze meiner Gesundheit gegangen ist. Das ist auch ein Grund meines Rücktritts. Skandale zählen mehr als Erfolge", sagte Prokop gegenüber dem Kurier. „Ich habe mich vielleicht überschätzt, vielleicht wirklich nicht mehr die Kraft, die ich meiner Mannschaft bisher gegeben habe“, erläuterte Prokop laut Kleine Zeitung weiter. Er wolle allerdings nicht komplett vom Handball lassen, sagte Prokop weiter: „So höre ich nicht auf. 20 Jahre lang war ich zu 90 Prozent bei allen Trainings dabei, habe meine Stresssituationen ausgelebt. Meine Warnung vor Metz ist nicht zu meinen Spielerin rübergekommen. Vielleicht war es auch ein Wink von oben, dass ich aufhören soll. Daher wird es Prokop als Trainer nicht mehr geben."

Nach Ljubljana will Prokop nun nicht mitreisen – es wird erst das zweite Spiel in einem europäischen Wettbewerb sein, das Prokop verpasst, das einzige vorher war unmittelbar nach dem Tod seiner Frau. Im Zusammenhang mit dem Spiel gegen Metz will Prokop allerdings weiter nachhaken, er kündigte an, einen Beschwerdebrief ob der seiner Ansicht nach allzu einseitigen Spielleitung der beiden Schiedsrichter in der Schlussphase des Spiels an die EHF zu richten. „Sogar der Beobachter von der EHF hat gesagt, dass 50 Minuten in Ordnung waren und in den letzten zehn Minuten fünf klare Pfiffe gegen uns gefallen sind“, zitiert LaOla.at Prokop, „zum ersten Mal in meinem Leben werde ich eine schriftliche Beschwerde an die EHF verfassen. Dennoch möchte ich betonen, dass dies keine Entschuldigung für das sch... Verhalten von mir ist.“
Further news about Hypo Niederösterreich:
16.03.2008: The Danish run in the CL has stopped – Hypo, Lada, Zvezda and Györ enter the Semi Finals
09.03.2008: Hypo stays on track and celebrates a clear victory against Slagelse
23.02.2008: Hypo is still unbeaten - 33-29 in Zvenigorod
 
Directly link to this news:
http://www.handball-world.com/news-index.php?LID=7&GID=2&auswahl=8458
 
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