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11/20/2009 - Christopher Monz
Raul Alonso als "Entwicklungshelfer" in den USA

Raul Alonso als "Entwicklungshelfer" in New York
Photo: privat
Aufregende Tage erlebt zur Zeit Raul Alonso. Der 30-Jährige, der in der vergangenen Saison noch die mittlerweile insolventen Rhein-Main Bienen in der Frauen Bundesliga trainierte, arbeitet als eine Art Entwicklungshelfer in Sachen Handball in den USA. Der deutsche Reiseveranstalter Teamsportreisen, Reisepartner des amerikanischen Handballverbandes, zahlreicher Bundesligisten und von handball-world.com, vermittelte Alonso, als aus Amerika der Wunsch nach einem Traineraustausch an Teamsportreisen heran getragen wurde.

"Wir sind sehr froh mit Raul einen Trainer für einige Tage bei uns zu haben, der trotz seines jungen Alters schon einen deutschen Frauen-Bundesligisten trainiert, und zudem vor ein paar Jahren noch selbst aktiv in der Bundesliga gespielt hat, so USA Teamhandball General Manager Steve Pastorino. "Nicht nur unsere Spieler können sich durch die Lehre eines Trainers aus dem Handballland Deutschland weiterentwickeln, auch unsere Trainer vor Ort werden durch die Zusammenarbeit mit Raul profitieren", so Pastorino weiter.

Auch für Alonso selbst ist die Zeit in den USA eine besondere Erfahrung. Noch am ersten Abend nach der Ankunft leitete der gebürtige Spanier trotz Jetlag in New York eine erste Trainingseinheit beim aktuellen amerikanischen Meister THC New York. Dabei musste der ehemalige Spieler der TuSPO Obernburg in New York auch mit den alltäglichen Problemen kämpfen die ein Handballteam in der amerikanischen Metropole hat. Vor jedem Training muss so das Handballfeld auf den Sporthallenboden aufgeklebt werden, auch Tore werden schon mal aus Rohren im Stecksystem zusammengebaut um die richtigen Voraussetzungen für eine Trainingseinheit zu schaffen.

Neben den Trainingseinheiten in New York leitet Alonso auch die Einheiten des Männer und Frauenteams auf dem Army Stützpunkt von West Point. Während man in New York City lange suchen muss um eine handballtaugliche Halle zu finden, sind die Voraussetzungen in West-Point nahezu perfekt. "Ich habe selten bessere Bedingungen vorgefunden als hier in West-Point, von der Größe der Sportanlagen bis zum allgemeinen Sportangebot, von solchen Trainingsstätten können selbst die Bundesligisten in Deutschland nur träumen", so Alonso.

Auf dem Militärstützpunkt in West-Point müssen die Kadetten während ihrer vierjährigen Stationierung eine Sportart absolvieren, Handball wird als Olympische Disziplin auch angeboten. Neben dem Sport studieren die Kadetten und genießen parallel ihre militärische Ausbildung. Besonders beeindruckthat Alonso das allmorgendliche Frühstück: "Wenn 4000 Menschen in 15 Minuten versorgt werden ist das schon ein unbeschreibliches Erlebnis". Die Männer und Frauenhandballmannschaft von West-Point besteht aus jeweils 25 Personen, trainiert wurde bisher drei Mal die Woche, nach Alonsos Ankunft drängten die Spieler auf eine Erhöhung der wöchentlichen Trainingseinheiten.

Das größte Problem im amerikanischen Handball hat Raul Alonso unterdessen schnell ausgemacht. Der Taktikgedanke fehlt völlig, auch haben die amerikanischen Trainer teilweise keine Regelkunde und lauschen dieser Tage natürlich ebenfalls besonders aufmerksam den Vorträgen von Alonso. "Disziplin und Wille sind vorhanden, aber es fehlt am Spiel- und Taktikverständnis", so das Fazit des ehemaligen Bundesligaspielers nach den ersten Tagen in West-Point. So verstehen die Amerikaner unter dem Handballtraining meist schlicht das spielen auf zwei Tore, Taktik, Technik und positionsspezifisches Training waren Punkte bei denen Alonso auch zur Freude der amerikanischen Trainer ansetzte.

An den fehlenden Wettkampfbedingungen konnte jedoch auch Alonso wenig ändern. Einige wenige Turniere werden über das ganze Jahr verteilt ausgespielt, die einzige Möglichkeit zum sportlichen Vergleich mit anderen Teams. Auch eine wirkliche Entwicklung der Teams ist nicht möglich, die Mannschaften bestehen aus Spielern aller Jahrgänge, spätestens nach vier Jahren verlassen die Spieler den Stützpunkt, an einen gezielten Aufbau einer Mannschaft ist somit nicht zu denken. "Schade", sagt Alonso, "denn von den Voraussetzungen bringen viele Spieler alles mit, dazu sind die Bedingungen wirklich ideal."

Noch bis zum Ende der Woche wird Alonso in den USA bleiben, ein Ausbau der Zusammenarbeit ist bereits in Planung. Zum Aufbau der Sportart Handball in den USA hofft der Verband auf noch mehr Unterstützung aus Europa und Deutschland, so gesehen war Raul Alonso einer der ersten Entwicklungshelfer in Sachen Handball.





 
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