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11/22/2009 - Martin Kloth, dpa/red
«Kein Taktieren»: DHB-Frauen bestehen WM-Test gegen Dänemark

Vier Tore: Anja Althaus
» Galerie zum Spiel
Photo: Michael Heuberger
Die deutschen Frauen haben zwei Wochen vor der WM in China ihren ersten Härtetest bestanden. Der WM-Dritte bezwang am Sonntag in Schwerin den WM-Auftaktgegner Dänemark mit 31:27 (17:11). Vor rund 3000 Zuschauern in der Sport- und Kongresshalle überzeugte die Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann gegen den Rekord-Olympiasieger mit Leidenschaft, offenbarte aber spielerisch noch Reserven. Beste Werferinnen waren Susann Müller (5), Nina Wörz (4) und Anja Althaus (4). Vor dem WM-Auftakt am 5. Dezember bestreitet die deutsche Mannschaft am Donnerstag in Wuppertal und Freitag in Greven noch zwei Länderspiele gegen die Niederlande.

"Für uns gibt es kein Taktieren. Ich bin über jede Minute froh, die wir spielen können. Deshalb wird von uns auch nicht gepokert. Dazu haben wir überhaupt keine Chance", hatte Bundestrainer Rainer Osmann bereits vor der Partie gesagt, immerhin sind es nur noch dreizehn Tage bis zum WM-Auftaktspiel im chinesischen Wuxi. Die deutschen Frauen ließen sich auch nicht davon irritieren, dass die Partie für den dänischen Coach Jan Pytlick ein letztes Experiment wurde, immerhin musste er sieben vermeintliche Stammspielerinnen ersetzen. "Ich will, dass wir zusammen spielen. Und wir wollen uns Selbstbewusstsein holen", forderte der deutsche Trainer von seinem Team, und dies sollte gelingen.

Gehandicaped ist das deutsche Team dabei weiterhin durch den Ausfall der beiden wohl stärksten Spielerinnen, mit der schwangeren Grit Jurack und der verletzten Nadine Krause fehlt jeweils die erste Besetzung auf den so wichtigen Halbpositionen. Krause hatte zuletzt beim 36:34 über Dänemark beim Supercup vor knapp zwei Monaten ihre Stärke unter Beweis gestellt, auch mit ihr sollte der Ausfall von Jurack kompensiert werden. Nun lastet der Druck vor allem auf den jungen Spielerinnen, die ihre Sache in der Partie gegen Dänemark aber gut machten. Vor allem Laura Steinbach nutzte die sich bietende Chance, Franziska Mietzner schien hingegen noch einige Anpassungstreffer zu haben und blieb ohne Treffer aus dem Spiel heraus.

Rainer Osmann bot zu Beginn die Formation Woltering, Neukamp,Müller, Wörz, Mietzner, Walzik und Althaus auf, wobei für Müller in der Deckung Christine Beier zum Einsatz kam. Zunächst brachte die deutsche Auswahl aber einige Minuten um vor 3.124 Zuschauern in der Schweriner Sport- und Kongresshalle in die Partie zu finden, auch weil die ersten Würfe von Mietzner und Wörz zunächst nur den Pfosten trafen. Doch aufbauend auf die gute Deckung, die sich mit zunehmender Spieldauer immer besser auf die schnellen Ballstafetten der Gäste einstellte, nahm das deutsche Spiel dann Fahrt auf. Aus einem 4:5 wurde binnen sechs Minuten durch fünf Tore in Folge ein 9:5 und nach dieser sechzehnten Minute hatte das DHB-Team die Begegnung im Griff.

Mit einem 17:11 ging es in die Kabinen und auch im zweiten Abschnitt überzeugte das deutsche Team. Noch beim 25:20 führte das deutsche Team zehn Minuten vor Spielende scheinbar sicher. Allerdings kamen die Däninnen noch einmal auf, vor allem Augustesen zeigte sich dabei torgefährlich. Vier Treffer in Folge brachten die Gäste und schlossen zum 25:24 auf. Der deutsche Sieg schien zu wackeln, die Däninnen agierten in der Deckung aggressiver und hemmten vor allem die deutsche Offensive. Doch das deutsche Team kämpfte sich daraus heraus. Dänemark verkürzte noch einmal zum 27:26, dann aber zog Deutschland davon. Spätestens mit dem 30:27, Nina Wörz, die in der Schlußphase Verantwortung übernahm und wichtige Treffer setzte, hatte ins verwaiste dänische Tor getroffen, war die Entscheidung gefallen, am Ende hieß es 31:27.

"Das war eine recht gute Partie. Es gab zwar einige Wellen im Spielverlauf, aber ich habe auch sehr viel probiert. Wir haben Talente – das haben wir bei einer hervorragenden Kulisse in Schwerin gesehen. Uns erwartet eine schwere WM-Vorrunde, aber wir haben Chancen, die Hauptrunde zu erreichen. Wenn wir in den kommenden Woche unsere taktischen Varianten festigen, reisen wir optimistisch nach China", erklärte Bundestrainer Rainer Osmann nach der Partie gegenüber dhb.de. "Viele Aktionen sahen wirklich gut aus. Wir haben noch Zeit, um über die Fehler zu reden und unser Spiel zu optimieren", befand auch Anja Althaus, die mit Blick auf das erneute Aufeinandertreffen zum WM-Auftakt meinte: "Wir müssen auf uns schauen. Wenn wir unsere Fehler minimieren und uns an die Dinge halten, die wir uns vornehmen, muss uns erstmal jemand schlagen. Der Erfolg war gut fürs Selbstvertrauen."

Deutschland – Dänemark 31 : 27 (17:11)

Deutschland:
Schülke, Woltering;
Härdter, Klein 2, Rösler 1, Walzik 1, Wörz 4, Kethorn 2, Loerper 1, Müller 5, Neukamp 3, Mietzner 3/3, Steinbach 3, Beier 2, Althaus 4

Dänemark:
Sahlholdt, Toft;
Bille, Andersen, Augustesen 6, Nørgaard 4/2, Mortensen 4, Dalby 4, Karlsen 1˛ Møller, Larsen 2, Kristensen 1, Kristiansen 3, Jørgensen 2

Schiedsrichter: Opava/Valek (Tschechien)
Zuschauer: 3124
Siebenmeter: 3/4 ; 2/2 (Mietzner neben das Tor)
Strafminuten: 2:2 Minuten (Althaus – Andersen)

Spielfilm:
0:2 (4.), 4:3 (8.), 4:5 (10.), 9:5 (16.), 12:7 (20.), 16:9 (27.), 17:11 (HZ)
17:14 (36.), 21:16 (42.), 25:20 (50.), 25:23 (53.), 27:26 (56.), 28:27 (57.), 30:27 (59.), 31:27 (EN)

» www.dhb.de
Further news about Deutschland:
18.06.2008: The Status of German Women’s Handball following the World Championship
16.12.2007: Germany Overcomes Two 7-Goal Deficits to Win Bronze in Over Time
14.12.2007: Armin Emrich calls Ania Rösler in the German team
 
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http://www.handball-world.com/news-index.php?LID=1&GID=2&auswahl=8582
 
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