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11/26/2009 - Christian Stein - handball-world.com
Serie fortgesetzt: DHB-Frauen besiegen Niederlande

Sabrina Neukamp bejubelt ihren dreizehnten Treffer
Photo: Heinz J. Zaunbrecher
Die deutschen Frauen haben ihre Erfolgsserie mit einem Kantersieg fortgesetzt. Im vorletzten Test vor der WM in China feierte der EM-Vierte am Donnerstag in Wuppertal einen glanzlosen Sieg über die am Ende überforderten Niederlande. Vierzig Minuten konnten sich die Gäste, die mit Blick auf die Heim-EM 2012 eine neue Mannschaft aufbauen, wehren, doch dann fuhr die DHB-Auswahl einen letztlich souveränen 33:19 (12:10) Erfolg ein. Vier Tage vor der Abreise zum Titel-Turnier waren vor 1.488 Zuschauern in Wuppertal Sabrina Neukamp (13) auf der deutschen, und Maura Visser (6/2) für die Niederlande die erfolgreichsten Torschützinnen. Zum Abschluss der Vorbereitung trifft das DHB-Team morgen um 19.00 Uhr in Greven erneut auf die Niederlande.

Die deutsche Deckung stand in der zweiten Halbzeit besser
Photo: Heinz J. Zaunbrecher
Vier Tage nach dem 31:27-Erfolg über WM-Auftaktgegner Dänemark taten sich die deutschen Frauen zunächst schwer. Zwar fand der erste Angriff durch einen Treffer von Sabrina Neukamp aus dem rechten Rückraum den Weg ins Tor, doch danach dauerte es über fünf Minuten ehe Anja Althaus einen Gegenstoß zum 2:2 (6.) verwandeln konnte. Die 6:0-Abwehr stand jedoch zu Beginn sicher und auch die Leipzigerin Katja Schülke erwies sich als zuverlässiger Rückhalt. Die DHB-Auswahl konnte sich in der Folgezeit zwar auf 5:2 (10.) absetzen, doch gerade im gebundenen Spiel ließ das Angriffsspiel noch zu wünschen übrig. Rainer Osmann wechselte bereits nach einer Viertelstunde im Rückraum und beorderte die Leverkusenerinnen Laura Steinbach und Anna Loerper aufs Parkett und auch Wiebke Kethorn löste Anja Althaus ab.

Als Anna Loerper mit einem Schlagwurf ins linke obere Eck zum 8:5 (19.) getroffen hatte, nahm Trainer Henk Groener seine Auszeit. Die deutsche Sieben, bei der nun im Angriff auch Susann Müller durch Isabell Klein ersetzt wurde, konnte zunächst noch ihren Vorsprung behaupten, als jedoch Dänemark-Legionärin Joyce Hilster ihre aus gemeinsamen Leverkusener Tagen ehemalige Teamgefährtin Sabrina Neukamp düpierte und zum 10:9 verkürzte, musste auch Rainer Osmann mit einem Time-Out gegensteuern. Isabell Klein rückte auf den rechten Flügel und Susann Müller und Klein konnte auch direkt von der rechten Außenbahn treffen. In der Abwehr agierte Anna Loerper als vorgezogene Deckungsspielerin einer 5:1-Abwehr. Erneut wurde der niederländische Rückraum mit der variablen Diane Lamein vor enorme Probleme gestellt, erst kurz vor dem Pausenpfiff konnte Dänemark-Legionärin Maura Visser (Vejen) zum Pausenstand zum 12:10 treffen.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes beorderte Rainer Osmann mit Sabine Englert und Ania Rösler auch die letzten Spielerinnen des 15-köpfigen Aufgebotes auf das Parkett. Die DHB-Damen kontrollierten weiterhin das Spielgeschehen gegen die körperlich unterlegenen NHV-Auswahl. Die Blombergerin Sabrina Neukamp konnte in der 40. Minute bereits ihren fünften Treffer aus dem Positionsangriff zum 18:13 erzielen. Die in blau spielenden Niederländerinnen, die sich unter der Woche noch achtbar beim Vier-Nationen-Turnier in Ungarn geschlagen hatten, bauten nun immer weiter ab. Die deutsche Auswahl hatte nun über ihr Gegenstoßspiel keine Mühe die Führung weiter auszubauen.

Als Anna Loerper und Sara Walzik elf Minuten vor dem Ende den Spielstand auf 24:16 erhöhten, beantragte Henk Groener erneut eine Auszeit. Für eine Wende reichte es aber nicht mehr. Vor allem über die rechte Angriffsseite kam die deutsche Auswahl immer wieder zum Torerfolg, Neukamp erzielte beim 28:18 bereits ihren zehnten Treffer aus dem Positionsangriff. Dabei machten sich auch die konditionellen Vorteile der deutschen Mannschaft mehr und mehr bemerkbar, die Niederländerinnen waren nicht in der Lage ihre kräfteraubende Spielweise bis zum Ende durchzuhalten. Am Ende hieß es so doch deutlich 33:19 für das DHB-Team, das bei der Vorrunde der WM im chinesischen Wuxi in der Gruppe mit Dänemark, Kongo, Brasilien, Schweden und Frankreich den dritten Gruppenplatz erreichen muss, um in die nächste Runde einzuziehen.

Stimmen zum Spiel:

Henk Groener (Bondscoach Niederlande):
Der Sieg ist auch in der Höhe verdient. Wir bauen eine Mannschaft auf und für die meisten Spielerinnen war es heute das sechste Spiel in acht Tagen. Bis zur 40. Minute waren wir noch auf Tuchfühlung, doch dann haben wir uns einfache Fehler geleistet und waren nicht mehr in der Lage Deutschland Paroli zu bieten. Deutschland hat uns unsere Grenzen aufgezeigt.

Rainer Osmann (Bundestrainer Deutschland):
Ich bin über die zweite Halbzeit sehr froh. Wir haben seit dem letzten Donnerstag zwölf Trainingseinheiten und zwei Länderspiele bestritten. Nach der Abwehrumstellung auf die 5:1-Abwehr, die wir heute zum ersten Mal gespielt haben, hat es hinten besser funktioniert. In der ersten Halbzeit hatten wir noch einige Abstimmungsprobleme.

Deutschland – Niederlande 33:19 (12:10)

Deutschland:
Englert, Schülke
Härdter 3, Klein 1, Rösler, Walzik 3, Wörz, Kethorn 1, Loerper 2, Müller, Neukamp 13, Mietzner 4/4, Steinbach 2, Beier 1, Althaus 3

Niederlande:
van der Wal, Roelofs, Burrekers
van Dort, van der Heijden 1, Bont 1, de Haze, Deen 2, Snelder 4, Matteman, Lamein 1/1, Hilster 1, Visser 6/2, van Cappelle 2, Malestein

Strafminuten: 4/6 Siebenmeter: 4/5 ; 3/3
Zuschauer: 1.488


 
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