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01/17/2010 - Felix Buß & Frank Härterich - handball-world.com |
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Leipzig nach 25:22-Erfolg über Byåsen erstmals unter den besten Acht Europas |
 Beste Werferin beim HCL: Karolina Kudlacz Photo: sportseye.de |
Der HC Leipzig steht in der Hauptrunde der EHF Champions League. Mit 25:22 (12:13) siegte der HCL gegen Byåsen Trondheim und sicherte sich damit die nötigen Punkte. Torfrau Katja Schülke war der große Rückhalt der Leipzigerinnen, die erst Mitte der zweiten Halbzeit dank einer starken Deckung die Führung übernahmen und bis zum Ende behaupten konnten. Vor einer beeindruckenden Kulisse von 4797 Zuschauern war die polnische Nationalspielerin Karolina Kudlacz mit sieben Treffern beste Schützin des HCL. „Die Hauptrunde war unser Traum, unser Ziel. Ich bin so stolz, dass wir das erreicht haben“, sagte Kapitänin Schülke nach dem Sieg.
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 Aktivposten im Rückraum bei Byåsen: Raja Toumi Photo: sportseye.de |
Das entscheidende Spiel um das Weiterkommen in der Gruppe A der Champions League der Frauen zwischen Leipzig und Byasen Trondheim wurde, eines echten Endspiels würdig, erst in der letzten Viertelstunde entschieden. Die Gäste aus Norwegen führten mit 18:16, ehe der HC Leipzig noch einmal aufdrehte. Der HCL hatte bis dahin immer wieder in kritischen Situationen den Ball weggeworfen, verzeichnete eine zu hektische Vorwärtsbewegung und bekam das Spiel dadurch nicht zu fassen. Doch einige strittige Schiedsrichterentscheidungen sorgten mit einem Mal für gellende Pfiffe von den stimmungsvollen Rängen, die von den Leipziger Fans und ihren Trommeln dominiert wurden, und schienen Byåsen Trondheim aus dem Konzept zu bringen. Die neuen Emotionen nutzte der deutsche Meister und brachte Trondheim aus dem Tritt.
Nun waren es die Norwegerinnen, die wichtige Würfe vergaben, darunter auch einen Siebenmeter von Zamorska. Urne stellte für Leipzig den 17:18-Anschluss her und Kudlacz gelang der erneute Ausgleichstreffer (48.). Das Duo zeichnete auch für die 20:18-Führung verantwortlich (52.) und drehte die Partie, während Inga Berit Svestad an der bärenstarken Katja Schülke scheiterte. Die entscheidende Phase zugunsten Leipzigs war angebrochen, erneut scheiterten Ida Alstad und Raja Toumi an Schülke im HCL-Tor oder warfen an das Gestänge. Natalie Augsburg brachte mit einem zum 22:19 abgeschlossenen Konter (55.) den HCL endgültig auf die Siegerstraße. Byåsen hatte sich offenbar in der Abwehr müde gekämpft und im Angriff mangelte es dem Team von Geir Oustorp nun an Konzentration, wodurch Leipzig neuen Mut schöpfte. Die HCL-Deckung legte nun noch einmal zu, vorne setzte Karolina Kudlacz die wichtigen Akzente, letztlich war es ein Strafwurf von Mette Ommundsen zum 23:20, der für die Vorentscheidung sorgte (57.). Auch eine Umstellung der Abwehr auf ein 4:2 und später eine Manndeckung brachte den Gästen nichts mehr, für die Harsaker den 25:22-Endstand erzielte.
Dabei sah es lange nicht nach einem Erfolg der Gastgeberinnen aus. Die Partie begann zerfahren, entsprechend ihrer Bedeutung für beide Teams um die Qualifikation für die Hauptrunde in der Champions League. Die Torhüterinnen Kari Aalvik Grimsbø und Katja Schülke konnten sich mit guten Paraden mehrfach auszeichnen, während die Deckungsreihen einander ebenso neutralisierten. Der erste Treffer, ein verwandelter Strafwurf von Iva Zamorska, fiel erst nach vier Minuten. Dann kamen beide Teams besser ins Spiel und Susann Müller konnte nun auch für ihr Team Zählbares auf die Anzeigetafel bringen. Dennoch gingen die Norwegerinnen nach neun Spielminuten durch Svestad mit 3:2 in Führung. In der Folge war allerdings für die Leipzigerinnen erst einmal ein Fehlerfestival zu verzeichnen, technische Aussetzer häuften sich. Byåsen konterte die Einheimischen klassisch aus und konnte nach einer Viertelstunde mit 7:3 in Führung gehen.
Heine Jensen hatte genug gesehen und nahm seine Auszeit. Mit Erfolg, denn die Leipzigerinnen kamen nun durch Tore von Müller, Augsburg und Urne in Tritt und auf 6:7 heran. Die Partie war hektischer geworden, was in dieser Phase Leipzig half, Ommundsen brachte den HCL beim 7:8 (19.) erneut zum Anschluss. Nun wurde es Byåsen-Trainer Geir Oustorp zu bunt, er bat seine Frauen zum Gespräch. Dabei schien er seine Schützlinge jedoch nicht erreicht zu haben, denn Geburtstagskind Karolina Kudlacz erhöhte für Leipzig in der Folge erstmals auf zwei Tore. Weiterhin schlichen sich immer wieder technische Unzulänglichkeiten ins HCL-Spiel, die Byåsen mit vier Toren in Folge zur 12:10-Führung (28.) nutzte. Erneut Kudlacz besorgte mit einer Einzelaktion den 12:13 Halbzeitstand. Leipzig hielt die Partie trotz der höheren Fehlerquote offen, obwohl Toumi für Trondheim fast nach Belieben traf.
Auch in der zweiten Hälfte wogte die Partie lange hin und her. Nach dem 12:14 durch Toumi (31.) parierten Schülke und Grimsbø zweimal, aggressive Deckungsreihen beider Teams prägten auch nach dem Seitenwechsel das Bild und ließen den Rückraumspielerinnen kein Durchkommen. Dabei schien Leipzig in der Pause besser neu justiert zu haben. Das Team von Heine Jensen konnte das überragende Spiel der Norwegerinnen über den Kreis nun kontrollieren, vergab nach dem 13:14 von Augsburg aber reihenweise Chancen, sodass Camilla Herrem nach 38 Minuten wieder den alten Vorsprung herstellen konnte.
Allerdings konnte auch Byåsen, für die Gøril Snorroeggen aufgrund ihrer Schulterverletzung heute den letzten Einsatz hatte, das Tempo und den eigenen Aufwand nicht dauerhaft derart hoch halten. Immer wieder blieb Trondheim nun an Schülke oder der starken Leipziger Defensive hängen. Ania Rösler setzte nach 41 Minuten den von den HCL-Fans umjubelten 16:16-Ausgleich mit einem feinen Durchbruch. Das 16:18 durch Herrem war dann die letzte Führung der Norwegerinnen, danach gelang dem Team von Geir Oustorp nichts mehr, zumal Katja Schülke aufdrehte und in der Schlussviertelstunde neben Karolina Kudlacz zur Matchwinnerin avancierte.
Trondheims Trainer Geir Oustorp gratulierte dem Gegenüber nach dem Abpfiff zum Sieg: „Es war ein verdienter Sieg für Leipzig. Wir haben nicht gut gespielt und deswegen haben wir verloren.“ Heine Jensen freute sich über das Erreichen der Endrunde in der Königsklasse, ein Ziel welches der HCL erstmals realisieren konnte: „Ich bin natürlich unglaublich stolz auf die Mädels. Wir haben so viele Würfe vergeben, damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin unheimlich stolz“, kommentierte Jensen den größten Erfolg der vergangenen Jahre im internationalen Wettbewerb. Der letzte internationale Titel des HC Leipzig als Europapokalsieger der Landesmeister datiert aus dem Jahr 1974. Nun rangiert das Team unter den letzten acht Teams der Champions League. Byåsen Trondheim trifft in der vierten Runde des Pokals der Pokalsieger auf den polnischen Vertreter MKS Zaglebie Lubin. |
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