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02/23/2010 - Gregor Ilg - handball-challenge.com |
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Handball Challenge Blog: Warum ist ein Handball-Videospiel so kompliziert? |
Im Handball Challenge Blog auf handball-world.com berichtet Gründer Gregor Ilg über die Hintergründe und die Entwicklungsschritte auf dem Weg zum Handball-Actionspiel. Im heutigen Blog erklärt er, wie vielfältig die Aufgaben sind um ein Videospiel zu entwickeln und worin die Gründe liegen könnten, warum es nicht schon seit Jahren ein Handball-Actionspiel gibt.
In den letzten Beiträgen ging es darum, dass wir unseren langersehnten Traum vom Handball-Videospiel umsetzen wollen. Ich habe beschrieben wie lang es gedauert hat, dieses Projekt auf die Beine zu stellen und wie lange es noch dauern wird, bis das Spiel endlich in den Läden steht. Aber warum der ganze Aufwand? Jemand der sich nicht regelmäßig und intensiv mit Videospielen beschäftigt – und ich gehe mal davon aus, dass dies auf die Mehrzahl der Leser hier zutrifft – kann wahrscheinlich gar nicht so richtig nachvollziehen, was daran so schwierig sein soll.
Letztendlich gibt es ja schon zahlreiche Videospiele für jede x-beliebige Sportart, warum sollte das ausgerechnet für Handball so kompliziert sein? Aber noch viel verwunderlicher ist die Frage, warum es bisher noch keiner gemacht hat. Immerhin wurde „Pong“, das erste offizielle Videospiel vor fast 40 Jahren entwickelt. Die Spielebranche ist also auch nicht mehr ganz die Jüngste. Von den ca. 1.500 Entwicklerstudios weltweit hätte also seit längerem schon mal jemand auf die Idee kommen können, sich dem Handball zu widmen.
Um ein bisschen Licht in die Angelegenheit zu bringen, muss man sich das moderne Videospiel etwas genauer ansehen. Früher konnten sich ein Programmierer und ein durchschnittlich begabter Grafiker eine Woche im Keller einschließen, um dann mit einem Spiel (und einer genialen Idee) wie „Tetris“ steinreich zu werden. Das funktioniert heute nicht mehr. An großen internationalen Produktionen arbeiten bis zu 1.000 Mitarbeiter mit Budgets, bei denen so mancher Kinofilm-Produzent erblassen würde.
Viele verschiedene Bereiche müssen dabei abgedeckt werden. Es gibt die Grafikabteilung, die in unserem Fall verschiedene Hallen modelliert und ins richtige Licht setzt. Dazu müssen die Figuren erstellt werden, die im Idealfall auch noch ihren realen Vorbildern ähnlich sehen. Und da es sich beim Handball zu unserem „Leidwesen“ um eine sehr abwechslungsreiche Sportart handelt, müssen viele verschiedene Bewegungsabläufe aufgenommen und bearbeitet werden. Um die Atmosphäre perfekt einzufangen, benötigt man darüber hinaus natürlich auch Musik und Sounds, insbesondere Hallenatmosphäre, Spielgeräusche, einen Kommentator und die dezenten Klickgeräusche im Menü.
All diese Inhalte werden dann zu einem funktionierenden und unterhaltsamen Spiel zusammengesetzt. Das ist der Job der Programmierer, die sich dafür mit nicht ganz so unterhaltsamen Dingen wie Physik, Mathematik, Logik und Künstlicher Intelligenz (KI) auseinander setzen müssen. Gerade der letzte Punkt ist für die Entwicklung eines Handballspiels besonders wichtig. Im Gegensatz zum Skispringen zum Beispiel gibt es beim Handball unbegrenzt viele Spielvariationen, um zum Beispiel zum Torerfolg zu gelangen oder diesen zu verhindern. Alle diese Möglichkeiten muss der Computer beherrschen bzw. sinnvoll darauf reagieren. Wir müssen darüber hinaus als Entwickler nicht nur dem User die Möglichkeit geben verschiedene Taktiken und Spielzüge anzuwenden und zwischen Sprungwurf, Fernwurf, Körpertäuschungen oder Pässen zu verschiedenen Mitspielern zu wählen, ohne sich einen Knoten in die Finger zu spielen. Diese Funktionen müssen wir auch dem Computer beibringen, damit er sie eigenständig anwenden kann.
Ich hoffe es wird ersichtlich wie viel Aufwand und Koordination allein die Erstellung der KI erfordert. Hat man dann tatsächlich alles erfolgreich zu einem Puzzle zusammengesetzt, stürzt vermutlich das ganze Spiel ab, weil irgendwo ein Vorzeichen vergessen wurde oder weil der User auf die für einen Programmierer nicht zu akzeptierende Idee kam, das falsche Betriebssystem zu verwenden.
Fazit: Videospiele sind mittlerweile zu einer hochkomplexen Angelegenheit geworden. Ein Handballspiel stellt da aber noch einmal eine ganz besondere Herausforderung dar, nicht nur wegen des begrenzten Budgets. Wie wir uns diesen Herausforderungen annähern, kann man dann erstmalig im März testen, wenn wir den ersten Teil unserer Minigameserie „Handball Challenge – Trainingscamp“ veröffentlichen. Mehr dazu dann im nächsten Blog in zwei Wochen.
Ihr Gregor Ilg
Gregor Ilg (Jg. 1981) war und ist selbst aktiver Handballer, als Kreisläufer spielte er bei der SG Narva Berlin. Er ist der kreative Kopf hinter dem Projekt „Handball Challenge“ und einer der beiden Geschäftsführer der Neutron Games GmbH. Als er 2007 damit begann die Idee eines Handball-Actionspiels umzusetzen nahm er Kontakt zu handball-world.com und zur IG Handball auf. Dort rannte er offene Türen ein und wurde von Beginn an mit Rat und Tat unterstützt. In einem Blog auf handball-world.com berichtet Gregor Ilg alle zwei Wochen über die Fortschritte des Projektes. Den offiziellen Trailer gibt es hier: http://www.handball-world.com/o.red.c/news.php?auswahl=23698&GID=1
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» www.handball-challenge.com
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Directly link to this news: http://www.handball-world.com/news-index.php?LID=1&GID=1&auswahl=24409 |
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