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10/23/2007 - Ralf Steinhorst – handball-world.com
Tagung der Beachhandballer: Neue Orga-Strukturen für 2008

Photo: DHB
Unter dem Motto „Rückblick, Auswertung, Planung“ haben die Beachhandballer am vergangenen Wochenende im westfälischen Kamen in drei Arbeitsgruppen die vergangene Saison Revue passieren lassen und zugleich die Planung für die kommende Saison erarbeitet. Am Freitag Nachmittag haben dabei zunächst die Veranstalter getagt, am Abend waren dann die Teams geladen. Am Samstag schließlich schloss das Organisationsteam das Arbeitswochenende ab. Im Mittelpunkt stand dabei die neue Organisationsstruktur für die Mastersserie, die zugleich Qualifikationsserie für die Deutschen Meisterschaften ist. Anmeldungen und Informationsaustausch soll dabei zukünftig über das EDV-System „Beachhandball 24“ erfolgen.

Auf der Team-Sitzung stellte Horst Kliem zunächst in einem Referat die Entwicklung des Beachhandballs in Deutschland dar. Er stellte dabei fest, das die statistische Auswertung der Entwicklung in den letzten nicht konsequent durchgeführt wurde, was sich aber jetzt ändern wird. Trotzdem lässt sich belegen, dass die Anzahl der teilnehmenden Mastersteams in den letzten Jahren abgenommen hat. Mit Besorgnis stellte Horst Kliem fest, das gerade in Süddeutschland die Anzahl der Teams zurückgeht, das betrifft sowohl die Männer- als auch die Frauenteams. Das Problem ist, dass in Süddeutschland relativ wenige Masterturniere veranstaltet werden. Grob kann man sagen, dass die meisten Turniere entlang einer gedachten Linie zwischen Köln und Kassel stattfinden.

Vielen Teams wird dabei der Aufwand für eine Tunierteilnahme schlichtweg zu hoch. Zum einen ist da der Zeitaufwand, denn gerade an den An- und Abreisetagen Freitag und Sonntag sind die Autobahnen voll und erfordern somit schon viel Geduld. Auf der anderen Seite stehen die ständig steigenden Benzinkosten, die die Turnierteilnahmen verteuern. Als Beispiel wurde das Frauenteam von Beach Bunch Berlin herangezogen, das in der vergangenen Saison ca. 3.600 km zurücklegte. Die Männer von Sixpack Berlin brachten es auf ca. 3.200 km. Diese Teams stehen stellvertretend für die Teams, die nur wenige oder gar keine Mastersturniere in ihrem regionalen Umfeld haben. Deshalb sind intensive Überlegungen im Gange, wie die Serie flächendeckender werden kann.

Die Anzahl der Aktiven (Männer und Frauen) im Mastersbereich betrug in der vergangenen Saison 952 Spieler. Die meisten Beachhandballer kamen aus der Altersgruppe 19-26 Jahre. Von den Spielern, die vor zehn Jahren schon aktiv dabei waren, die sogenannte „Pioniergeneration“, sind immer noch 27% dabei. Bei den Funturnieren spielen eher jüngere Spieler, bei den Masters sind die Spieler eher älter. Weil im Mastersbereich die Teilnehmerzahl rückgängig ist, stehen auch Überlegungen an, wie man verstärkt Spieler aus dem Funbereich für die Mastersserie begeistern kann. Die Reduzierung der Mastersturniere auf 8er Einheiten soll dabei ein erster Schritt sein, so dass die schwachen Teams mal schauen können, wie Beachhandball funktioniert. Zum anderen gibt es gerade an der Ostsee viele Beachhandballteams, die für die Teilnahme zur Mastersserie bewegt werden sollen.

Die durchschnittlich bei den Spielen erzielte Punktzahl ging in 2007 wiederum zurück. Das lässt darauf schließen, dass die Anzahl der zwei und drei Punkte Tore rückgängig ist, die Qualität des Spiels also rückgängig ist. Der ehemalige Bundestrainer Alex Gehrer soll die Landesverbände Richtung Beachhandball animieren soll.

Schon revolutionär wird es für die Beachhandballer, wenn in Kürze das neue Organisations-System „Beachhandball 24“ eingeführt wird. Christian Uhlenbruch, der auch Beachhandball-Schiedsrichter ist, stellte das von ihm programmierte System vor. Bisher laufen alle Anmeldevorgänge über den Postweg, mit dem neuen System steht den Beachhandballern ein Verwaltungssystem zur Verfügung, das eine Onlineschnittstelle zum Internet hat. Hauptbestandteil ist eine zentrale Datenbank, deren Daten auf der Homepage zur Verfügung stehen. Es wird Sonderbereiche für Mannschaften, Schiedsrichter und Veranstalter geben. Ziel ist es, die Mastersserie transparenter zu machen und eine schnellstmögliche Aktualität zu bieten. So sollen schon direkt nach den Turnierabschlüssen die Ergebnisse im Internet zu sehen sein, verbunden mit dem neusten Stand der Ranglisten. Das ist vergleichbar mit SIS bei den Hallenhandballern.

Es sollen aber auch andere Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die das System bietet. Die Veranstalter schreiben in diesem System ihre Turniere aus, Anmeldungen erfolgen nicht mehr per Papier sondern über einen passwortgesteuerten Online-Zugang. Die Teams können so einsehen, wie stark ein Turnier schon belegt ist und auch, welche Teams sich angemeldet haben. Jedes Team kann sich dabei an einem Wochenende nur noch für ein Turnier anmelden. Da die Anmeldung bei einem Turnier die Anmeldung bei einem zeitgleich unmöglich wird, fallen zukünftig Mehrfachanmeldungen weg. Die sogenannten „Blocker“ gehören also der Vergangenheit an. Die Teams werden bei einer Anmeldung auf „grün“ geschaltet, wenn die Teilnahmegebühr beim jeweiligen Veranstalter eingegangen ist.

Um das System ins Laufen zu bringen, müssen sich alle Teams einmalig anmelden. Sie fließen so in die Datenbank ein. In den Folgejahren muss dann lediglich der Mastersstatus neu beantragt werden. Die Veranstalter geben die Rahmenbedingungen und Informationen für ihr Turnier in das System ein, an denen sich die Teams orientieren können. Die Veranstalter entscheiden, wer an ihren Turnieren teilnimmt. Noch in diesem Jahr wird feststehen, wo die Mastersturniere in der Saison 2008 stattfinden werden. Neben den Teams und Veranstaltungen werden auch die Schiedsrichter Zugang zum System haben. Damit wird dann auch die Einsatzplanung erleichtert, weil die Schiedsrichter so in der Lage sind, zentral ihre Frei- und Wunschtermine ins System einzugeben. Zudem können sie so die aktuellen SR-Ansetzungen einsehen.

„Beachhandball24“ ist zunächst einmal für die Organisation der Mastersserie gedacht. Grund ist, dass sich das Konzept erst einmal einspielen soll. Trotzdem ist es auch so ausgelegt, das auch Funturniere damit verwaltet werden können, wenn es gewünscht ist. Die Umsetzung des Konzepts bringt die Beachhandballer einen gewaltigen Schritt nach vorne, denn gerade die Teams können jederzeit sehen, wo sie in der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften stehen.

Der Spielmodus für die Mastersserie 2008 steht inzwischen auch fest. Pro Mannschaft können 20 Spieler gemeldet werden, pro Turnier dürfen 10 Spieler/innen eingesetzt werden. Die Vorrundegruppen A und B mit je vier Teams ermitteln die Teilnehmer der Gruppe C (Platz 1+2 der Vorrunde) und Gruppe D (Platz 3+4 der Vorrunde). Jeweils ohne Mitnahme der Vorrundenergebnisse werden in der Gruppe C die Endplatzierungen 1-4, in der Gruppe D die Endplatzierungen 5-8 ausgespielt. < br>
 
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