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Season 2010-2011 | Quarter-Final | 02/06/2010, 19:00
LogoVfL Bad Schwartau - HSV HamburgLogo
29:36 (11:11)
Hansehalle Lübeck
Referee: Christoph Immel, Ronald Klein
02/06/2010 - dpa/PM HSV
Hamburg mit Mühe in Bad Schwartau

Jan Schult erzielte sieben Treffer für Bad Schwartau
Photo: Ralf Steinhorst
Der HSV Hamburg hat sich mühevoll in die Endrunde um den DHB-Pokal gekämpft. Im Viertelfinale kam der Spitzenreiter der Bundesliga am Samstag beim VfL Bad Schwartau zu einem glanzlosen 36:29 (11:11). Nach dem 18:18 in der 40. Minute behielten die Hamburger vor 2632 Zuschauern in der ausverkauften Lübecker Hansehalle dank einer starken Schlussphase die Oberhand und erreichten das Halbfinale. Beste Torschützen waren Pascal Hens (7) und Krzysztof Lijewski (6) für Hamburg sowie Jan Schult (7) für Bad Schwartau.

Das Spiel des HSV Hamburg beim VfL Bad Schwartau begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an den zwei Wochen zuvor an Krebs gestorbenen ehemaligen HSV-Spieler Oleg Velyky begonnen - neben dem HSV spielte dabei auch der VfL Bad Schwartau mit Trauerflor. Schnell aber geriet das Geschehen auf dem Parkett in den Mittelpunkt, von der ersten Minute an boten sich die beiden Kooperationspartner einen packenden Kampf. Die 2.632 Zuschauer in der restlos ausverkauften Hansehalle in Lübeck durften dabei zunächst einen Treffer der Hausherren bejubeln: Toni Podpolinski sorgte für das 1:0. Den Gastgebern spielten ihre größere Eingespieltheit aus, die aufgrund der EM zuletzt nur mit einem Rumpfkader trainierenden Hamburger taten sich hingegen zunächst schwer. Einen deutlicheren Rückstand verhinderte zunächst Per Sandström, der einen Strafwurf von Dennis Tretow parierte und auch in der Folge bei den zwei weiteren Strafwürfen des Zweitligisten Sieger blieb.

Die Deckung der Gastgeber bremste die Hamburger Angriffe immer wieder erfolgreich aus und so konnten Matthias Hinrichsen und Niclas Dombrowski den Außenseiter beim 2:1 und 3:2 erneut in Führung werfen. Per Sandström verhinderte einen deutlicheren Rückstand und ermöglichte mit seinen Paraden auch den Ausgleich durch Pascal Hens, der in der zehnten Spielminute beim 4:3 dann auch für die erste Führung des Favoriten sorgte. Der HSV legte nun zwar vor, absetzen konnte sich der Tabellenführer der Bundesliga aber nicht. Auch das 10:8 von Pascal Hens fünf Minuten vor dem Ende des ersten Abschnitts und ein von Jan Schult vergebener Strafwurf verunsicherten Bad Schwartau nicht. Dombrowski und Hinrichsen sorgten mit einem Doppelschlag für den Ausgleich und Tretow warf die Hausherren wieder in Führung. Die Halle stand Kopf, daran änderte auch der Ausgleichstreffer von Krzystof Lijewski zum 11:11-Pausenstand nichts.

Im zweiten Abschnitt überschlug sich zunächst das Tempo, neun Tore fielen alleine in den ersten fünf Minuten nach dem Wechsel. Das höhere Tempo kam dem HSV entgegen, die Bundesligastars machten weniger Fehler als die Hausherren und hatten nach einem Treffer von Blazenko Lackovic zum 17:14 erstmals eine Drei-Tore-Führung inne. Doch anstatt das die Partie nun den erwarteten Verlauf nahm, schlug der Zweitligist zurück: Vier Tore in vier Minuten ließen den Außenseiter wieder die Führung übernehmen, beim 18:17 hofften die heimischen Fans wieder auf die Sensation. Jeweils ein Doppelschlag der glänzend aufgelegten Jan Schult und Martin Zeschke hatte die Hoffnungen geschürt. Wie zahlreiche weitere Schwartauer Akteure hat auch Schult eine Hamburger Vergangenheit, erst zu Saisonbeginn wechselte er vom HSV nach Bad Schwartau.

Der erneute Rückstand weckte die Akteure des HSV abeer endgültig auf, der Favorit schlug mit einer eigenen Trefferserie zurück. Lindberg, Duvnjak, Gille, wieder Lindberg und Jansen - fünf Tore in Folge sorgten dafür, dass der HSV beim 22:18 wieder mit vier in Führung lag. Schwartau wehrte sich, stemmte sich mit allen Kräften gegen die Niederlage in der äußerst fair verlaufenden Partie. Auch als die Niederlage beim 33:27 - nach einem weiteren Treffer des stark aufspielenden Pascal Hens - drei Minuten vor Spielende bereits feststand, erlahmte der Widerstand nicht. Podpolinski und Schult sorgten für einen Doppelschlag, aber die letzten Treffer gehörten dem HSV, der am Ende einen verdienten Sieg einfuhr, der mit dem 36:29 aber zu deutlich ausfiel.



Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg):
Großes Kompliment an Thomas und sein Team. Der VfL ist sehr engagiert aufgetreten und war taktisch gut eingestellt. So hat sich ein offenes Spiel entwickelt. Wir schätzen uns glücklich, weiter gekommen zu sein. Insgesamt war es heute ein großes Erlebnis mit einer tollen Stimmung. Wir sind sehr froh, dass wir uns hier für das Final Four qualifiziert haben.

Thomas Knorr (Trainer VfL Bad Schwartau):
Wir haben eine tolle erste Halbzeit gezeigt, mit wenigen technischen Fehlern, weil wir auch mutig ins Spiel gegangen sind. Wir sind wohl nach den ersten Pflichtspielen auch etwas eingespielter gewesen. Aber das Ergebnis geht so in Ordnung, wenn es aus meiner Sicht auch ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Es war ein sehr faires Spiel, aus dem die Schiedsrichter, die heute einen guten Job gemacht haben, die gewisse Aggressivität nicht herausgenommen haben. Genau so muss Handball sein.

Johannes Bitter (Torhüter HSV Handball):
Wir haben alle gewusst, was uns erwartet. Ich habe selber in der zweiten Liga gespielt und weiß, was ein Spiel gegen einen Erstligisten für eine Euphorie ausmacht. Der VfL hat dann auch wenige Fehler gemacht, das haben wir aber auch so erwartet und mussten dagegen halten. Nach der Pause haben wir das Spiel entschieden. Das Final Four findet in unserer Halle statt, und da wollen wir natürlich unbedingt dabei sein, unser großer Traum ist natürlich der Titelgewinn.

Matthias Flohr (Linksaußen HSV Handball):
Wir haben einen solchen Spielverlauf in etwa erahnt. Wir wussten, dass der VfL sich vor eigenem Publikum zerreißen würde. Viele von uns kommen gerade frisch von der EM, da mussten wir uns als Team auch erst einmal finden. Daher hat in der ersten Halbzeit auch noch nicht alles gepasst.



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