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Season 2010-2011 | Quarter-Final | 02/07/2010, 17:45
LogoFA Göppingen - Rhein-Neckar LöwenLogo
29:33 (14:15)
EWS-Arena Göppingen (Hohenstaufenhalle)
Referee: Ralf Damian, Frank Wenz
02/07/2010 - Felix Buß - handball-world.com
Löwen zum fünften Mal nacheinander beim Final Four

Starker Auftritt, Einzug ins Final Four: Uwe Gensheimer
Photo: Jürgen Pfliegensdörfer
Die erste Hälfte in der Göppinger EWS Arena verlief mit 14:15 noch ausgeglichen, allerdings hatten die Gastgeber da bereits zwei Strafwürfe vergeben, am Ende sollten es vier sein. Hinzu gesellten sich zahlreiche technische Fehler, die die Rhein-Neckar Löwen immer wieder souverän zu einfachen Treffern nutzten. So setzten sich die Gäste im baden-württembergischen Duell nach 44 Minuten auf 25:19 ab. Einen Vorteil, den die Rhein-Neckar Löwen problemlos ins Ziel brachten, denn ein Göppinger Aufbäumen wurde beim 25:27 erneut von technischen Fehlern unterminiert. Am Ende lautete das Ergebnis 33:29 für die Löwen, überragender Spieler war Uwe Gensheimer mit 12/2 Treffern. Lars Kaufmann (7) und Michael Thiede (5) trafen am häufigsten für Göppingen.

Göppingen ging nach Treffern von Thiede und Späth nach drei Minuten mit 2:1 in Führung, doch die Rhein-Neckar Löwen setzten sofort nach. Ein direkt verwandelter Freiwurf von Bielecki, ein Strafwurf von Stefansson und ein mit viel Übersicht gesetzter Treffer des Ex-Göppinger Mittelmanns Nikola Manojlovic drehten beim 3:4 (7.) die Partie. Die größere Spielübersicht sollte die Partie prägen, Göppingen lief nun einem Rückstand hinterher, den Stefansson und Grötzki auf 4:6 (9.) ausbauten. Immer wieder prägten kleine und größere Fouls die emotional und mit viel Willensstärke geführte Partie. Bielecki musste so auf die Sünderbank, aber Göppingen konnte die Situation nicht nutzen. Stattdessen trugen Harbok mit einem verdeckten Wurf und Gensheimer mit einem Gegenstoß die Gäste auf 5:8 (12.) davon.

Velimir Petkovic reagierte und brachte Michael Schweikardt für Michael Haaß als neuen Mittelmann. Als Patrick Groetzki kurz darauf das 5:9 für die Rhein-Neckar Löwen erzielte, zog der Coach jedoch die Notbremse in Form einer Auszeit. Gereckte Fäuste aufseiten der Badener sprachen Bände davon, dass sich die Gäste in einen kleinen Rausch gespielt hatten. Göppingen erlaubte sich hingegen weiterhin einfache Fehler, so, als ein von Kaufmann abgefeuerter Wurf doch wieder bei den gegnerischen Spielern landete. Immerhin in der Abwehr zeigte sich Göppingen nun wieder engagierter und ließ kein Gegentor zu. Kaufmann mit einem Doppelschlag führte Göppingen somit nach 18 Minuten zum 9:10-Anschluss. Nun war es an Ola Lindgren, seine erste Besprechungszeit zu beantragen.

Bis zur Pause blieb die Partie offen, mit leichten Vorteilen für die Löwen, die beim 10:11 (21.) durch einen Müller-Abstauber in Unterzahl wieder in Führung gingen. Slawomir Szmal parierte mehrfach sehenswert, konnte aber die Gegentreffer von Schweikardt und Mrvaljevic zum 12:11 (22.) nicht verhindern. Aber Göppingen fiel wieder zurück, profitierte weder von Tahirovic-Paraden davon noch von einer Zeitstrafe gegen Müller, der Späth zu heftig attackiert hatte. Von den letzten sechs Treffern vor der Pause erzielte Göppingen nur zwei. Die Löwen nutzten ihre Chancen weiterhin besser, Göppingen vergab in der ersten Hälfte unter anderem zwei Strafwürfe, während die Gäste ihre drei Chancen verwerteten und zur Pause mit 14:15 vorn lagen.

Bis dahin hatten die Rhein-Neckar Löwen mit ihrem Fanblock im Rücken gespielt, nun sahen sie dem „gelben Block“ in der Offensive in die Augen. So hatte Göppingens Torhüter Enid Tahirovic feiernde Gästefans hinter sich, als Harbok und Gensheimer auf 14:17 (33.) erhöhten, Groetzki staubte nur Sekunden später zum 15:19 ab. Göppingen wirkte unkonzentriert und fahrig, der Konkurrent aus dem badischen Landesteil nutzte dies rigoros zu seinen Gunsten. Wie schon Mitte der ersten Hälfte musste Göppingen somit einen Vier-Tore-Rückstand hinnehmen, kurz darauf holte sich zudem Mittelblock-Spieler Manuel Späth eine blutende Wunde am Mund, als er Snorri Gudjonsson am Wurf hinderte und dessen Ellenbogen zu spüren bekam.

Nun war es Göppingens Schlussmann Enid Tahirovic, der mit einer Parade dem konternden Uwe Gensheimer den Ball abkaufte und die Chancen auf den Einzug ins Final Four in einer kritischen Phase am Leben hielt. Göppingen hatte sich inzwischen durch Treffer von Oprea, Kaufmann und Thiede wieder auf 18:20 herangerobbt. Harbok konnte Kaufmann anschließend nur auf Kosten einer Disqualifikation kurzzeitig vom Anschlusstreffer abhalten, Thiede traf kurz darauf zum 19:20 (39.). Doch erneut gelang Göppingen nicht der Ausgleichstreffer, eine Unbeherrschtheit beförderte Kaufmann nach einer zwei plus zwei Strafe für vier Minuten auf die Bank, Haaß tankte sich dennoch durch und die Schiedsrichter erkannten auf Stürmerfoul. Grötzki erhöhte auf 23:19 (42.), Gudjonsson legte einen Treffer drauf.

18 Minuten vor Abpfiff führten die Rhein-Neckar erstmals mit fünf Toren, Velimir Petkovic nahm seine Auszeit, brachte damit aber keine Ruhe ins Spiel seiner Schützlinge. Auch den Lauf der Gäste konnte die Pause nicht unterbrechen, Gensheimer erhöhte auf 25:19 (44.) und brachte die Löwen allmählich auf die Siegerstraße. Sprechchöre aus dem Göppinger Fanblock stachelten die Mannschaft von Velimir Petkovic zwar nochmals zum 25:27 (50.) an, aber näher kamen die Gastgeber nicht mehr heran, die Nerven flatterten sichtlich. Ballverluste und Fehlwürfe nutzten die Rhein-Neckar Löwen immer wieder zu einfachen Treffern, Gensheimers zehnter Treffer bedeutete die 30:26-Führung (53.), die die Badener bis zum Abpfiff verteidigten und dabei auch kurzen Deckungen gegen Bielecki und Stefansson lässig trotzten. Letztlich zogen die Rhein-Neckar Löwen mit 33:29 in die Runde der letzten Vier ein. Der letzte Treffer war ein Kabinettstück von Uwe Gensheimer, der, von den Gästefans frenetisch gefeiert, seinen zwölften Treffer setzte.

Stimmen zum Spiel:

Ola Lindgren, Trainer Rhein-Neckar Löwen
Wir haben ein gutes Spiel gesehen, es war spannend und kampfgeprägt. Es war ganz wichtig, dass wir hier schon Anfang Dezember gewonnen haben, das hat uns heute Mut gemacht, dass wir auch hier bei dieser guten Kulisse gewinnen können. Das Spiel war sehr hektisch, verlief immer wieder in Wellen. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert haben. Ich finde wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht und freuen uns, dass wir in Hamburg dabei sind. Das ist ein tolles Event.

Velimir Petkovic, Trainer Frisch Auf! Göppingen
Glückwunsch an Ola zum Weiterkommen nach Hamburg. Natürlich sind wir enttäuscht und traurig. Wir haben gehofft, dass wir uns gut vorbereitet haben. Das war neben Kiel der stärkste Gegner, den wir hätten kriegen können. Wir haben heute keinen Heimvorteil gespürt. Unser Spiel war zu hektisch, Michael Haaß ist nicht ins Spiel gekommen und dann kommen auch unkontrollierte Würfe aus dem Rückraum. Das ist tödlich gegen eine so starke Mannschaft, die eine schnelle erste Welle spielt. Dennoch sind wir zweimal zurück ins Spiel gekommen, haben dann aber wieder zu schnell geworfen. Da haben wir die Chance liegen lassen. Schade, die Mannschaft wollte nach Hamburg. Jetzt müssen wir sehen, dass wir uns regenerieren und einen guten Start in der Liga haben. Christian Schöne hat sich heute zwei Stunden vor dem Spiel abgemeldet, dann hat er sich wieder kurzfristig zurückgemeldet, aber wir haben gesehen, dass er nur zehn Minuten Leistung bringen konnte.

Thorsten Storm, Geschäftsführer Rhein-Neckar Löwen
Ich glaube, wir haben den Sieg etwas mehr gebraucht. Wenn wir verloren hätten Kritik, wäre wieder große Kritik auf uns hereingebrochen. Es war ein tolles Kampfhandballspiel, eine tolle Stimmung. Es war zwar kein richtiges Heimspiel, aber unsere Fans waren vielleicht ein bisschen lauter. Unsere Fans wie wir als Mannschaft haben gut dagegen gehalten. Man hat heute auch gesehen, wie wichtig Olafur Stefansson ist, wie er das Spiel in die Hand genommen und wichtige Entscheidungen hat. Ich bin froh, dass er bei uns spielt.

Gerd Hofele, Manager Frisch Auf! Göppingen
Wir haben heute eine tolle Chance verpasst. Das Spiel hatte eine tolle Kulisse. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht und nicht zu unserem Spiel in der Form gefunden, die uns in der Hinrunde ausgezeichnet hat.



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Further news about Velimir Petkovic:
13.06.2008: Enid Tahirovic transfers to Göppingen
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19.08.2009: Rhein-Neckar Löwen: Second test match victory against Copenhagen
02.10.2008: Rhein Neckar Löwen present Wolfgang Schwenke as their new coach
18.09.2008: Rhein-Neckar Löwen split up with Chevtzov - Christian Schwarzer acts as provisional coach
 
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