Montag · 23.04.2012 · 18:29 Uhr · red / PM MT

Taktik gewinnt gegen Kampf: Melsungen trickst Wetzlar aus


Matchwinner: Alexandros Vasilakis
Foto: Hartung
Das Hessenderby war nicht nur ein wie immer emotionales Spiel – es war für die HSG Wetzlar auch ein eminent wichtiges Duell um Punkte für den Klassenerhalt. Neu-Trainer Kai Wandschneider wollte unbedingt den Sieg, musste aber feststellen, das sein Team zu wenig Durchschlagskraft entwickeln konnte.

"Wir haben uns in der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut in die verschiedenen Abwehrvarianten der MT wie die 6:0, die 4:2 oder auch die 5:0+1 gegen Daniel Valo hineingekämpft. Im Spiel gegen Hannover oder auch gegen die Rhein-Neckar Löwen waren wir ja schon auf eine 4:2-Abwehr eingestellt. Aber das alles kostet sehr viel Energie, denn letztlich ist es doch ungewohnt", stellte Wandschneider nach Spielende fest. Immerhin hat seine HSG zur Halbzeit mit einem Tor geführt. Das Niveau konnte Wetzlar aber nicht halten oder gar ausbauen. "Wir sind wie schon gegen Hannover viel zu schlecht aus der Halbzeitpause herausgekommen. Damals stand es in der 36. Minute 13:17, heute stand es 14:17, kurz danach sogar 15:19", bemängelte Wandschneider, "in Überzahl haben wir einen Fehlpass gespielt, haben uns dann einen Wurf zu früh genommen und die Melsunger Deckung nicht mehr genügend bewegt. Das ist dann gnadenlos durch Konter bestraft worden. Dem so entstandenen Rückstand sind wir lange hinterher gelaufen."

Wetzlar schaffte noch mehrfach den Ausgleich, die Mannschaft habe also "immer weiter gekämpft", meinte Wandschneider. Dann aber legte der neue Coach der Mittelhessen den Finger in die Wunde: "Was uns einfach fehlt - und das war auch schon gegen Hannover so - ist die Durchschlagskraft im Angriff. Wir haben Steffen Fäth, der mit seinen 21 Jahren sehr torgefährlich ist und Daniel Valo. Darüber hinaus haben wir aber viel zu wenig Torgefahr ausgestrahlt. Wenn man zuhause 26 Tore kassiert, muss man selber eben 27, 28 oder gar 30 Tore machen."

Sein Kollege Michael Roth zeigte sich hingegen "glücklich, dass wir dieses Derby gewinnen konnten." Roth verriet, dass er mit seiner MT ganz bewusst in die Taktikkiste gegriffen habe: "Unser Ziel war es, den Gegner vor einige Aufgaben zu stellen, die er unter dem neuen Trainer wahrscheinlich noch nicht einstudiert hat. Das heißt, wir wollten über die gesamte Spielzeit immer wieder neue Abwehrvarianten einbauen, um die aufgrund der Konstellation ohnehin vorhandenen Unsicherheiten der HSG noch etwas zu intensivieren. Das ist uns im Großen und Ganzen gelungen", bilanzierte Roth.