Samstag · 26.05.2012 · 17:58 Uhr · Matthias Kornes und Olaf Nolden - handball-world.com

Augen zu und durch - Kiel kämpft sich ins Endspiel
Foto: Heinz Zaunbrecher
Es war am Ende ein mehr als knappes Spiel – und entschieden wurde es von Nuancen, und von den beiden Weltstars des THW. Als Thierry Omeyer zwei Minuten vor Abpfiff gegen den frei werfenden Ivan Nincevic parieren konnte und Filip Jicha die wichtigen Tore erzielte, stand der Sieger fest. Kiel kann das Triple machen – sehr zur Erleichterung von Trainer Alfred Gislason.
"Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit unserem Spiel", befand der Kieler Coach, dessen Team mit einer starken Anfangsphase schnell auf der Siegerstraße zu sein schien. "Anfangs konnten wir viele Tore aus dem Konter erzielen," bestätigte Marcus Ahlm, der schwungvolle Beginn hielt aber nicht vor. "Vielleicht hatten wir anfangs das Gefühl, das es einfach werden könnt", mutmaßte Alfred Gislason. Dann aber wurde es das "erwartet schwere, harte" und auch, wie Alfred Gislason anmerkte, "seltsame" Spiel.
Tatsächlich kamen die Berliner zurück. "Stochl war unglaublich", hatte Marcus Ahlm den Grund schnell parat. "Die Abwehr der Füchse wurde immer besser, wir verloren unsere Linie", bestätigte Alfred Gislason. Dass es beim dann packenden Halbfinalfight für seine Füchse nicht mehr reichte, das gestand auch Dagur Sigurdsson als letztlich berechtigt ein. "Kiel hat es verdient", meinte Sigurdsson, "nach den ersten Miuten sah es so aus, als ob Kiel ein einfaches Spiel erlauben würden, aber dann zeigte die Mannschaft Charakter."
"Das ist nichts neues für uns", meinte der Coach der Füchse, der wieder einmal ein Comeback seiner Truppe erlenem konnte. Nur das glückliche Ende fehlte diesmal. "Am Ende hätte es in beide Richtungen gehen können, aber wir müssen akzeptieren, dass Kiel über weite Strecke vorne lag."
Der unglückliche Petr Stochl wurde so zuum klar besten Mann auf dem Feld und konnte doch nicht jubeln. "Wir sind alle traurig, dass wir das Finale verpasst haben", sagte der bereits nach 18 Minuten für den glücklosen Silvio Heineveter (nur eine Parade) eingewechselt worden war. "Aber", merkte Stochl an, "ich bin stolz auf mein Team, nicht nur wegen dem Spiel heute, sondern wegen aller unserer Leistungen in der Champions League." Die ist nun fast vorbei für die Füchse, die allerdings noch ein Spiel vor sich haben. "Wir waren so nah dran. Morgen ist noch einmal ein wichtiges Spiel, dann wissen wir, dass wir nicht umsonst hier sind", so Evgeny Pevnov. "Wir müssen voraus schauen", gab Stochl mit gequältem Gesichtsausdruck von sich, ehe er in der Kabine verschwand.
Während die Berliner ihre Enttäuschung verarbeiten mussten, steht Kiel einmal mehr in einem Endspiel – muss sich aber gewaltig steigern, um das Finale auch gewinnen zu können. "Bei diesen Spielen ist es normal, dass es am Ende eng wird. Aber Hauptsache Endspiel", so dann das Fazit von Marcus Ahlm. Er könne jetzt, so kurz nach dem Ende, noch gar nicht sagen, befand Kiels Star Filip Jicha. Aber, merkte er an, er sei "überglücklich", dass es mit dem Sieg geklappt habe. Und jetzt, verabschiedete sich der Rückraumhüne, müsse er erst einmal duschen und über dieses seltsame Spiel nachdenken.