Freitag · 27.01.2012 · 20:04 Uhr · Uwe Meier - Cellesche Zeitung / Ole Rosenbohm

Celle hofft gegen Oldenburg auf ein Erfolgserlebnis

Auf zum nächsten Versuch. Vielleicht bringt die 13 dem Handball-Bundesligisten SVG Celle die ersten Punkte. Denn am 13. Spieltag gastiert der Tabellenfünfte VfL Oldenburg am Sonnabend (19.30 Uhr) in der Celler HBG-Halle.

Die Rolle des Außenseiters ist ihnen gewiss. Hoffen auf das nötige Glück und der unbedingte Wille, endlich die ersten Pluspunkte der Saison einzufahren, werden allein nicht helfen. Die Mannschaft des Handball-Erstligisten SVG Celle ist als Team gefordert, die derzeit überaus schwierige Situation zu meistern. In allererster Linie muss es aber spielerisch klappen. „Es ist wichtig, dass wir zu Hause eine gute Leistung abliefern“, sagt SVG-Trainer Martin Kahle vor der sonnabendlichen Auseinandersetzung mit dem klar favorisierten Team vom VfL Oldenburg. „Wir haben nach dem schwachen Spiel gegen Blomberg bei unseren Zuschauern etwas gutzumachen.“

Da ist was dran. Doch eigentlich braucht sich die SVG-Mannschaft nur an das Spiel am vergangenen Sonnabend in Leverkusen zu erinnern. Dort hatte man eine durchaus akzeptable Leistung abgeliefert, in der der ein paar kleine Fehler zu viel die Partie entschieden hatte. Dennoch gilt es, an die bei den „Elfen“ gezeigte Leistung anzuknüpfen und diese möglichst auszubauen. Gelingt das, ist vielleicht gegen Oldenburg mehr möglich. Celles Trainer hält sich mit allzu optimistischen Prognosen betont zurück. Der bisherige Saisonverlauf des SVG lädt auch nicht unbedingt zur Zuversicht ein. „Der VfL ist schon ein hoher Maßstab“, sagt er. „Da müsste schon viel passen.“ Viel passen bedeutet, dass das gesamte Celler Defensivpaket mit dem Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart auf einem hohen Niveau funktionieren muss. Und er in Offensive benötigte der SVG die optimale Durchschlagskraft. Drei oder vier Spielerinnen müssten im Angriff einen guten Tag erwischen. „Dann ist vielleicht was möglich“, bestätigt auch Kahle. „Wir wollen auf jeden Fall lange im Rennen bleiben. Mit unseren Zuschauern im Rücken ist dann vielleicht was machbar. “

Schon im Hinspiel hatte es Oldenburg nicht leicht mit dem Gegner. Am 18. September hatten die Gäste in der Oldenburger EWE Arena durch Renee Verschuren noch in der 53. Minute den 26:27-Anschlusstreffer erzielt. Erst dann zog der Favorit das Tempo wieder an und siegte mit 34:30. „Das war“, sagte Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki damals, „40 Minuten lang eine echte Quälerei“. Schlimmer noch hatte seine Mannschaft am 20. Februar 2010 erfahren, was passiert, wenn Celle unterschätzt wird. Inmitten der besten Rückrunde des VfL in der eingleisigen Bundesliga – Oldenburg belegte am Ende ohne Niederlage mit nur drei Minuspunkten Platz eins der Rückrundentabelle – musste das Team die Halle des späteren Absteigers mit einem 24:24 verlassen. Drei Tage zuvor hatte Oldenburg gegen den selben Gegner noch ein Pokalspiel souverän gewonnen.

„Sie werden bissig sein, sie werden alles versuchen“, sieht Krowicki auch im aktuellen Vergleich keine leichte Aufgabe auf sein Team zukommen. „Es geht um viel. Denn Celle will und kann auch noch den Klassenerhalt schaffen.“ Zwei Punkte nur trennen das Team von Trainer Martin Kahle vom rettenden zehnten Rang, den zurzeit die DJK/MJC Trier einnimmt. Zuletzt verlor Celle lediglich mit 23:27 bei Bayer Leverkusen. Auch für den VfL geht es um viel. Der Sechste Frankfurt (13:13 Punkte) ist zwar distanziert, doch Leverkusen (17:9) schob sich am Mittwoch durch ein 32:26 in Trier am VfL vorbei auf den vierten Rang. Oldenburg (15:9) reicht ein Sieg in Celle, um wieder Vierter zu werden. „Wir wollen den vierten Platz behalten“, sagt Krowicki: „Wir wollen unsere Ausgangsposition nicht aufs Spiel setzen.“

Personell kann Celles Coach Martin Kahle wohl nicht aus dem Vollen schöpfen. So ist der Einsatz von Laura Vasilescu ungewiss. Sie die sich im Spiel gegen Leverkusen eine Kapselverletzung im Fuß zugezogen und konnte unter der Woche ebenso wenig trainieren wie Torhüterin Luisa Grimm. Auf dieser Position könnte der Erstligakader ein weiteres Mal Unterstützung aus der zweiten Mannschaft erfahren.